SZ: Hat er als Trainer fußballerisch für etwas Neues gesorgt?
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Seine "subtile Kreativität" erinnert Michael Robinson an Zinedine Zidane: Mesut Özil. (© dpa)
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Robinson: Etwas Besonderes sehe ich nicht. Da und dort erkennt man ein paar Details, die Anordnung der Spieler bei Eckstößen des Gegners, solche Dinge. Er hat aber, und das ist in der Tat eine große Tugend, die Eigenschaften eines Chamäleons. Ein so defensives Spiel wie am Samstag etwa hat er nie aufgezogen - außer im vergangenen Jahr mit Inter Mailand beim FC Barcelona im Champions-League-Halbfinale, aber damals spielte sein Team in Unterzahl.
SZ: Das Duell Real gegen Barcelona wird vom Duell Lionel Messi und Cristiano Ronaldo geprägt, den zurzeit wohl besten Fußballern der Welt. Wen bevorzugen Sie?
Robinson: Messi. Manchmal sehe ich Ronaldo und denke: Was für eine Verschwendung. Ich habe nie ein solch brillantes Phantom eines Fußballers gesehen. Es hat nie einen Spieler gegeben, der so beschenkt worden ist. Wenn jemand ein Modell für den Spieler der Zukunft sucht, hat er es in Ronaldo gefunden.
SZ: Aber?
Robinson: Ich bin mir nicht sicher, ob er versteht, wie man Fußball spielt. Manchmal habe ich das Gefühl, ein Talent ohne Sinn zu sehen, das mich gleichzeitig blendet und enttäuscht. Ihm passiert das, was vielen talentierten Spielern passiert. Er hat nie die Motorhaube dieses Sports aufgemacht, um zu schauen, wie es funktioniert. Deshalb spielt er auch in einem permanenten Interessenkonflikt - zwischen seinen Interessen und denen der Mannschaft.
SZ: Und deshalb ist ihm Messi voraus?
Robinson: Um Meilen. Selbst wenn Messi am Ball ungeschickter wäre, er wäre immer noch ein brillanter Fußballer. Das Besondere am Fußball ist ja, dass der Körper genau dann streikt, wenn du das Spiel endlich begriffen hast. Als meine Karriere zu Ende ging, hatte ich das Gefühl, als hätte ich endlich ein Buch verstanden, das ich mein Leben lang gelesen hatte. Wenn ich Messi sehe, denke ich manchmal, dass das Hirn eines 35-jährigen Ex-Spielers in seinen Kopf gewandert ist. Er trifft immer die richtigen Entscheidungen.
SZ: Kann Madrids deutscher Spielmacher Mesut Özil ähnlich gut werden?
Robinson: Vielleicht begehe ich einen Fehler, wenn ich das sage; ich will ihm keinen Druck aufbürden und ihn auch nicht vergleichen: Aber die subtile Kreativität, die er verkörpert, habe ich im Bernabéu-Stadion seit Zidane nicht mehr gesehen.
SZ: Verblüfft Sie seine Souveränität?
Robinson: Ein wenig, ja. Ich unterscheide Fußballer in solche, die sich ihrer Rolle bewusst sind, und solche, die sich dessen völlig unbewusst sind. Wenn ich mir bewusst gewesen wäre, was der Fußball gesellschaftlich bedeutet - ich hätte mir die Schuhe nicht zubinden können. Als ich nach Spanien kam, schlug ich deshalb ein, weil ich nichts verstand. Die Leute grüßten mich, kniffen meinem Sohn in die Wange - muss ja gut laufen, dachte ich. Ich kenne Mesut nicht. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich darüber im Klaren ist, was mit ihm passiert, dass er weiß, was auf dem Spiel steht. Das Bernabéu-Stadion ist eine der schwierigsten Bühnen der Welt. Er ist mit den Fans auf Flitterwochen. Er hat mittlerweile ein solch' großes Guthaben auf dem Konto, dass ihm bei Real Madrid viel verziehen werden wird.
SZ: Wie gefällt Ihnen der zweite deutsche Nationalspieler Reals, Sami Khedira?
Robinson: Er hat mir bei der WM besser gefallen. Er war da ein freierer Geist, hatte mehr Drang zum Tor, war ein Box-to-box-Spieler, wie man in England sagt. Es gibt Register, die er hier noch nicht hat ziehen können. Wegen Mourinho.
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(SZ vom 20.04.2011/tabs)
Ex-Salafist packt aus
Champions-League-Finale
Mir ist gestern etwas passiert, was mir normalerweise nur bei z.B. Nigeria etc. gg. Italien oder so passiert. Das Herz des Betrachters schlägt sich auf die Seite des Underdogs. Und zwar auf die Seite von Real!!!
Nachdem ich gestern erst bei der 2. Hälfte eingeschaltet habe, musste man zwangsläufig denken, warum steht es nur 0:0. Barca war so überlegen, aber wie so oft wollten sie den Ball ins Tor tragen und doch war Real gefährlicher. Die Aussage Robinsons ist gestern allerdings wiederlegt worden. Ronaldo hat sich voll in den Dienst der Mannschaft gestellt und eine defensive Arbeit vollbracht, die ich von ihm so noch nie sah. Das Tor krönte seine tolle Leistung gestern. Und Di Maria war auch göttlich. Er hat der gesamten rechten Seite Barcas den Zahn gezogen.
Sollte Real auch in der CL weiterkommen, hat Barca einen Mourinho-Komplex, das steht fest! Bisher haben sie keine Mittel aufweisen können um die Taktik Mourinhos zu durchbrechen.
Also ich finde zwar das Robinson hier sehr treffend die Situation bei Real beschreibt und auch die wichtigsten Charactere sehr gut beschreibt. Was beibt ist aber der Pokalsieg, gegen Barcelona. Sollte jetzt noch das Halbfinale in der Championleague erfolgreich bestritten werden können bin ich mir sicher verstummt die gesamte spanische Presse und was bei einem Sieg der Championsleague los sein wird kann sich jeder denken.
Wie es Real danach ergehen würde wenn Mou dann direkt wieder den Verein verlassen würde hat Real in den letzten Jahren auch nie interessiert. Dort wurden Trainer auch nach Meisterschaften (Schuster) entlassen und durch Trainer ersetzt die sofort wieder alles umkrempeln wollten. Sprich, das langfristige Ziel, wie es z.B. Barcelona verfolgt, war in Madrid eh noch nie so verfolgt worden, hier haben nur die Namen der Spieler und Titel etwas gezählt.
Mr. Robinson hat sowohl Mourinho als auch Ronaldo hervorragend charakterisiert. Zeitweise dachte ich, dass Ronaldo das Teamplay bei Ferguson gelernt hat aber ich habe mich auch dort (als grosser Manu-Fan) immer wieder über das selbstherrliche Getue aufgeregt. Obwohl er bis zu 40 Tore geschossen hat, war ich froh, als er nach Madrid ging. Ich habe schon damals provezeit, dass Manu auch diesen Abang in relativ kurzer Zeit überwindet und andere in die Bresche springen. Man darf nicht übersehen, dass dieser Spieler mit seiner Art erstens nicht viel Freunde - auch in den eigenen Reihen - hat und ihm (zu) viele zuarbeiten müssen. Man schaue Rooney an seit er gegangen ist der ein anderer und viel besserer Spieler geworden ist.
Der Satz von Robinson betreffend Mourinho finde ich bezeichnend was Chelsea betrifft. Irgendwann ist einfach genug, man muss ja nicht bei jedem Spiel einen Kriegsschauplatz eröffnen. Meine Hoffnung gilt, dass dieser Trainer nie den Weg nach Manchester United finden wird. Ehrlich gesagt, denke ich aber, dass dies genau passieren wird. Wäre schade um Manu.
Robinson hat hier wohl die beste Charakterisierung des Fussballspielers Cristiano Ronaldo abgeben, ich konnte dies leider nie so gut in Worte fassen (bin allerdings auch kein TV-Experte): Jedesmal wenn ich ihn sehe, denke ich mir, warum hat ein so schlechter Fussballspieler (in dem Sinn, dass er keine Ahnung hat wie Fussball als Mannschaftssport gespielt werden muss) eine so absolut geniale Technik und Athletik. Es ist zwar in den letzten Jahren besser mit ihm geworden, aber seinen Hackentrick im kleinen Finale 2006 werde ich mit Sicherheit als bezeichnend für sein Spiel in Erinnerung behalten.