Handball-Bundesliga Rhein-Neckar Löwen holen gegen Flensburg siebten Sieg

Die Rhein-Neckar werden Tabellenführer in der Handball-Bundesliga, die deutschen Tennisspielerinnen Andrea Petkovic und Julia Görges meistern die erste Runde beim WTA-Turnier in Linz. Der Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg erwirtschaftet Gewinne und reduziert damit mehr und mehr seine Altlasten. Die Fußball-Nationalspieler einigen sich mit dem DFB auf eine Prämie für eine erfolgreiche WM-Qualifikation.

Sportnachrichten in Kürze

Handball: Die Rhein-Neckar Löwen bleiben die Mannschaft der Stunde in der Handball-Bundesliga. Das Team von Trainer Gudmundur Gudmundsson besiegte am Dienstagabend in der Mannheimer SAP Arena die SG Flensburg-Handewitt mit 30:27 (13:12) und baute seinen Startrekord auf sieben Erfolge in sieben Partien aus.

Gedeo Guardiola Villaplana von den Rhein Neckar Löwen und Steffen Weinhold von SG Flensburg-Handewitt während der Partie.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Der Vizemeister aus Norddeutschland hingegen kassierte seine erste Niederlage. Beste Torschützen der Gäste waren Anders Eggert (6/4) und Thomas Mogensen (6), für die Badener trafen Kim Ekdahl du Rietz und Alexander Petterson (jeweils 7) am häufigsten.

Flensburg hatte schon zu Beginn riesige Probleme gegen den variablen und bissigen Angriff der Hausherren. Erst zum Ende der ersten Hälfte kam die aggressiver auftretende Mannschaft von Coach Ljubomir Vranjes besser ins Spiel und ging mit nur einem Tor Rückstand in die Pause. "Sie hatten im Angriff zu viele Ballverluste", analysierte Bundestrainer Martin Heuberger im TV-Sender Sport1 zur Halbzeit den Leistungsabfall der Löwen. Nach dem Wechsel präsentierten sich die Badener aber wieder konzentrierter und gaben den Sieg in dem Härtetest nicht mehr aus der Hand.

Tennis: Julia Görges ist beim Tennisturnier in Linz ins Achtelfinale eingezogen. Die 23-Jährige aus Bad Oldeslohe bezwang am Dienstag in der ersten Runde der WTA-Veranstaltung die Slowakin Daniela Hantuchova mit 6:4 und 7:6 (7:5). Görges, Nummer 21 der Weltrangliste, benötigte 1:41 Stunden für ihren Sieg. Sie trifft in der Runde der besten 16 des mit 220.000 Dollar dotierten Turniers auf die Schweizerin Romina Oprandi.

Auch Andrea Petkovic hat in Linz einen wichtigen Teilerfolg erzielt. Die mit einer Wildcard gestartete Darmstädterin besiegte in der ersten Runde die Tschechin Barbora Zahlavova Strycova mit 7:6 (7:3), 6:2 und feierte damit den zweiten Erfolg seit ihrem Comeback im August.

Fußball, 1. FC Nürnberg: Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg ist auf dem besten Weg, schuldenfrei zu werden. Die Franken haben das vergangene Geschäftsjahr 2011/12 mit einem Gewinn von vier Millionen Euro abgeschlossen und den "nicht durch Vereinsvermögen gedeckten Fehlbetrag" auf 2,33 Millionen Euro gedrückt. Das gaben die Franken am Dienstag auf ihrer Mitgliederversammlung bekannt.

Dem Fehlbetrag stehen laut Vereinsangaben "ausreichend stille Reserven" gegenüber. Sportvorstand Martin Bader sagte, auf diese Bilanz könne der FCN "ein wenig stolz sein". Die Veranstaltung in der Mestersingerhalle komme aber aufgrund der sportlich schwierigen Lage mit vier Niederlagen nacheinander "zwei Wochen zu spät", meinte er nur halb im Scherz. Im Vorjahr hatte der Club mit 4,3 Millionen Euro Gewinn bilanziert, der Fehlbetrag lag damals noch bei 6,36 Millionen Euro.

"Wir haben unsere Zielsetzung, den Verein weiter zu konsolidieren, erreicht", sagte Finanzchef Ralf Woy. Der FCN habe die "Schieflage weiter deutlich verbessert" und sei "in vernünftige wirtschaftliche Bahnen zurückgekehrt". Der hohe Schuldenstand war eine Altlast aus dem Abstieg in der Saison 2007/08. Der Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr sei vor allem das Produkt der Transfererlöse in Höhe von 6,4 Millionen Euro für Philipp Wollscheid (Bayer Leverkusen) und Nachschläge für die Wechsel von Ilkay Gündogan (Borussia Dortmund) und Dennis Diekmeier (Hamburger SV). Die Gesamterträge sind beim Club in der vergangenen Saison um 1,7 Millionen Euro auf 57,1 Millionen Euro leicht gesunken.

Der Etat für den Lizenzspieler-Bereich lag mit 20,5 Millionen Euro fast um vier Millionen Euro unter dem des Vorjahres. Der Club soll laut Woy künftig weiter wirtschaftlich gesunden, dabei sportlich allerdings wettbewersfähig bleiben. "Wir wollen uns nicht kaputtsparen", sagte er. Sollte es notwendig sein, könnte der Verein in der Winterpause personell nachlegen, machte Woy deutlich.

Nationalmannschaft, Prämien: Die deutschen Nationalspieler können im Falle einer erfolgreichen Qualifikation für die Fußball-WM 2014 in Brasilien bis zu 200.000 Euro an Prämien pro Mann kassieren. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich vor den Qualifikations-Partien in Irland und gegen Schweden mit den Spielern auf 20.000 Euro pro Einsatz verständigt, wie der Verband am Dienstag mitteilte. Die DFB-Auswahl bestreitet insgesamt zehn Partien. Nur der Gruppenerste qualifiziert sich direkt für das Turnier in Brasilien.

Das Prämien-Modell entspricht nach Verbandsangaben exakt dem der Qualifikation für die letzte Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Es wurde zwischen DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock und dem von Kapitän Philipp Lahm angeführten Spielerrat der Nationalmannschaft vereinbart. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach begrüßte die "schnelle" und "unproblematische" Einigung. "Dies zeigt einmal mehr, wie vertrauensvoll das Verhältnis zu unserer A-Nationalmannschaft ist", äußerte der Verbandschef in einer DFB-Mitteilung.

Fußball, Christoph Metzelder: Fußballprofi Christoph Metzelder plant nach dieser Saison seinen Abschied vom Bundesligisten FC Schalke 04. Das kündigte der ehemalige Nationalspieler am Dienstag im Fachmagazin "RevierSport" an. "Ich gehe im Hinblick auf die derzeitige Situation davon aus, dass im Sommer für mich in Schalke Schluss ist. In diese Richtung gehen auch meine Planungen", erklärte Metzelder.

Er hätte für eine mögliche Entscheidung des Clubs, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, Verständnis: "Das ist eigentlich auch die Pflicht des Vereins, wenn ich sehe, was da aus der Jugend rauskommt." Eine Entscheidung, was er nach seiner Zeit auf Schalke machen wolle, möchte Metzelder im Frühjahr 2013 treffen: "Das steht noch nicht an und kommt auch darauf an, was sich an Optionen, vielleicht auch im Ausland, für mich ergeben wird." Seit seinem Wechsel von Real Madrid zum FC Schalke bestritt der frühere Dortmunder Metzelder 48 Bundesligaspiele für den Club. In dieser Saison wurde er von Trainer Huub Stevens noch nicht eingesetzt, hatte aber auch erneut mit Verletzungen zu kämpfen.

VfB Stuttgart, Bruno Labbadia: Die Vereinsführung des VfB Stuttgart hat die Brandrede von Coach Bruno Labbadia verteidigt. "Ich kann den emotionalen Ausbruch unseres Trainers absolut nachvollziehen und bin inhaltlich und in der Sache völlig bei ihm", ließ sich Präsident Gerd Mäuser am Dienstag in mehreren Medien zitieren. Nur die Wortwahl in der hinteren Passage hätte er sich anders gewünscht. Damit meinte er Labbadias deftigen Ausspruch: "am Arsch geleckt". Der 46-Jährige hatte am Sonntag nach dem 2:2 in der Fußball-Bundesliga gegen Bayer Leverkusen zu einem Rundumschlag gegen Teile der Fans, das Umfeld und besonders die Medien ausgeholt.

Ski Alpin, Kathrin Hölzl: Die sportliche Zukunft der ehemaligen Riesenslalom-Weltmeisterin Kathrin Hölzl ist weiter unklar. "Seit gut sechs Wochen bin ich wieder in Behandlung. Zwischendurch stand ich schon mal kurz auf den Ski, aber ich habe nach wie vor Probleme mit dem Rücken. Die Schmerzen waren nie weg", sagte Hölzl in der tz. Ein Ende der Beschwerden kann die Skirennfahrerin nicht vorhersagen. "Das geht nicht von heute an morgen, das kann Wochen oder Monate dauern." Hölzl hatte im Februar 2011 als Titelverteidigerin ihre WM-Teilnahme nach dem ersten Durchgang wegen Schmerzen abgebrochen. Im Dezember 2011 kehrte sie für ein Weltcup-Rennen kurz zurück auf den Schnee, danach widmete sie sich ihrer Genesung. Zwischenzeitlich führte sie ihre Probleme auf eine Stoffwechselerkrankung zurück, die vermutlich aus einer Herzmuskelentzündung aus dem Jahr 2007 entstand. Beim Deutschen Skiverband hält man Hölzl die Tür zur Rückkehr auf. "Wir erwarten, dass sie irgendwann zurückkommt. Dann braucht sie bestimmt ein spezielles Training", sagte Damen-Cheftrainer Thomas Stauffer. Hölzl war sogar mit ins Trainingslager nach Neuseeland gereist. Dieses hatte sie aber vorzeitig wegen Beschwerden abgebrochen.

Nationalmannschaft, Michael Ballack: Der ehemalige Kapitän Michael Ballack bedauert seinen unrühmlichen Abgang aus der deutschen Nationalmannschaft und möchte eine Aussprache mit Joachim Löw. "Wichtig ist, dass wir beide in aller Ruhe mal über das Geschehene sprechen werden", erklärte der 98-malige Nationalspieler, der in der vergangenen Woche seine aktive Fußball-Karriere beendet hatte. "Aber es wird keine Geste nur für die Öffentlichkeit geben", sagte Ballack in einem Interview der Zeitung Express.

Nach seiner schweren Verletzung vor der WM 2010 war Ballack nicht mehr in das DFB-Team zurückgekehrt. Das Verhältnis mit Bundestrainer Löw galt danach lange Zeit als zerrüttet. Das Angebot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), im August 2011 gegen Brasilien noch ein letztes Mal das Nationaltrikot zu tragen, schlug Ballack damals aus. "Unter den damals gegebenen Umständen klang das für mich wie ein Almosen. Und das wollte ich nicht. Es wird ja immer suggeriert, dass ich ein Abschiedsspiel abgelehnt hätte. Aber so war es ja nicht", meinte der gebürtige Görlitzer jetzt.