DFB-Team gegen Italien Khedira: "Götze zweifelt nicht an sich"

Sami Khedira auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die italienische Nationalmannschaft.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Vor dem Testspiel gegen die italienische Nationalmannschaft am Dienstag in München (20.45 Uhr im SZ-Liveticker) spricht Sami Khedira über das Befinden von Mario Götze.
  • Der 28-jährige Khedira erlebte in seiner Karriere schon ähnliche Situationen und führte deswegen ein langes Gespräch mit Götze,
  • Neben Götze könnten im Vergleich zum Spiel gegen England weitere Spieler eine Chance von Beginn an bekommen.

Joachim Löw steht vor dem Prestigeduell gegen Italien am Dienstag (20.45 Uhr im SZ-Liveticker) in München vor einer schwierigen Entscheidung. Nach drei Niederlagen in den vergangenen vier Länderspielen will er im letzten EM-Test einen Sieg - dem steht jedoch sein Versprechen entgegen, die stark belasteten Stammspieler zu schonen.

In Löws Personalgedanken ist deswegen zunächst wohl nur Mario Götze gesetzt. Der Bundestrainer gab dem kriselnden Stürmer des FC Bayern München schon vor den beiden Testspielen eine Startelf-Garantie. "Seine Position ist relativ klar formuliert", sagte Löws Assistent Thomas Schneider am Ostermontag. Der Hinweis, dass es "vielleicht nicht schlecht" wäre, den gegen England (2:3) guten Mario Gomez als Joker zu sehen, lässt darauf schließen, dass Götze dessen Rolle als Sturmspitze bekommt.

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Khedira unterstützt Götze

Für Götze wäre es der erste Startelf-Einsatz in einem Pflichtspiel seit Oktober 2015, damals verletzte er sich im Adduktorenbereich. Sein Nationalmannschaftskollege Sami Khedira kann sich gut in die Situation des 23-Jährigen hineinversetzen - Khedira erlebte in seiner Zeit bei Real Madrid ähnliche Phasen.

Der 28-Jährige versuchte deswegen, seinen jungen Kollegen zu unterstützen. "Ich habe länger mit ihm gesprochen. Er macht einen sehr, sehr klaren Eindruck. Es ist nicht so, dass er irgendwie an sich zweifelt", sagte Khedira. Trotzdem denke der Offensivspieler über seine Zukunft nach: "Er macht sich Gedanken - was er will und was er wirklich braucht."

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Für Khedira ist klar, was jedem Spieler in solchen Situationen hilft und speziell Mario Götze: "Ein Spieler braucht immer Selbstvertrauen. Das ist bei Mario umso wichtiger." Gerade die Nationalmannschaft, wo sich alle Akteure "immer sehr wohl fühlen", wäre für Götze eine Chance, sich zu beweisen. "Hier bekommt er das Vertrauen, das einem Spieler auch zusteht", sagte der defensive Mittelfeldspieler. Gegen Italien hat Götze nun vermutlich 90 Minuten Zeit, sich ein Stück Selbstvertrauen zurückzuholen.

Pause für Müller?

Sein Mannschaftskollege vom FC Bayern, Thomas Müller, könnte dagegen eine Pause bekommen, das ließ Schneider durchblicken. Sollte Löw auch den dauerbeanspruchten Mesut Özil rausnehmen, könnten Julian Draxler und Karim Bellarabi zum Zug kommen.

Im defensiven Mittelfeld könnte Christoph Kramer eine Bewährungschance erhalten. Dahinter dürfte Shkodran Mustafi mit England-Debütant Jonathan Tah verteidigen, die Außenpositionen bekleiden wohl Antonio Rüdiger rechts und Jonas Hector links. Im Tor hat Löw drei Optionen: Bernd Leno, Kevin Trapp und Marc-André ter Stegen. Manuel Neuer war wegen einer Magenverstimmung aus dem DFB-Quartier abgereist und kommt daher nicht zum Einsatz.

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