Tipps für Los Angeles Entdeckungen in der Stadt der Engel

Die Mega-City Los Angeles macht es Touristen nicht leicht, ihre Sehenswürdigkeiten sind weit über die Stadt verstreut. Wie Sie trotzdem zu den wahren Attraktionen kommen, welche Sie sich sparen können und wo es den besten Burger gibt.

Städtereise-Tipps von SZ-Korrespondent Jörg Häntzschel

Städtereisende wollen vieles erleben, am besten aber Orte entdecken, die nicht in jedem Reiseführer oder jeder App zu finden sind. Wer könnte besser durch die Stadt führen als jemand, der dort wohnt oder zumindest eine ganze Weile gelebt hat? Süddeutsche.de hat SZ-Korrespondenten in fernen Metropolen gebeten, "ihre" Stadt anhand eines Fragebogens zu präsentieren. Diesmal verrät Jörg Häntzschel, wo Sie in Los Angeles echte mexikanische Küche genießen können, was Sie auf Ihren Wegen durch die Stadt bedenken und was Sie einfach übersehen sollten.

Sonnenuntergang über Santa Monica, einem Vorort von LA.

(Foto: Andrew Bayda - Fotolia)

Was macht Los Angeles als Stadt aus - und unterscheidet sie von anderen Städten?

Gegründet wurde LA von Missionaren und Spekulanten. Groß wurde es mit Hollywoods Glamourmärchen. Von Anfang an lebte die Stadt vom Versprechen, unter Kaliforniens Sonne liege der irdische Garten Eden. Obwohl Millionen Glückssucher hier schon gescheitert sind, wird an diesem Traum beharrlich festgehalten. Schein und Sein liegen deshalb nirgends so nahe beieinander wie in LA. Es gibt Tage, da sieht man nichts als schöne Menschen zwischen Rhododendronbüschen. An anderen erscheint einem alles elend und verlogen. Genau das macht die Stadt so interessant: LA ist wie ein befahrbarer Film von David Lynch.

Während New York seine wilden Zeiten hinter sich hat und immer braver und europäischer wird, ist LA so radikal fremd, verstörend und begeisternd wie immer. Das liegt nicht nur am Wetter und an den Freeways, sondern auch an den vielen Einwanderern aus Südamerika und Asien. Europa ist weit weg.

Hinzu kommt, dass LA, das man ja seit jeher gerne als Welthauptstadt von Kommerz und Oberflächlichkeit abtut, auch jenseits von der Filmindustrie immer mehr kulturellen Einfluss erlangt. Weil in LA das Leben viel billiger und entspannter ist, wird es für Künstler, Musiker und andere Kreative als Alternative zu New York immer bedeutender.

Los Angeles als Ziel für Touristen

LA macht es Touristen nicht ganz leicht. Bis auf ein paar Überbleibsel aus LAs Vergangenheit als Missionsstädtchen (rund um die Union Station in Downtown) gibt es fast nichts Altes. Die Sehenswürdigkeiten und Museen sind weit über die Stadt verstreut und ohne Auto schwer zu erreichen. Durch die Straßen spazieren wie in Europa oder New York, das ist allenfalls in den Shopping-Distrikten um den Rodeo Drive in Beverly Hills oder am Melrose Boulevard möglich.

Umso wohler fühlt man sich als europäischer Besucher auf dem Farmers Market an der Fairfax Avenue, der kalifornischen Version des Münchner Viktualienmarkts. Direkt nebenan liegt das Einkaufszentrum The Grove, mit Nostalgie-Straßenbahn, Weihnachtsbaum und Livemusik die Mutter aller Open-Air-Malls.

Diese Sehenswürdigkeit dürfen Sie nicht verpassen:

Disneyland. Ob mit oder ohne Kinder: Walt Disney's straff organisiertes Glücksuniversum muss man gesehen haben. Besonders empfehlenswert: der umwerfende "Enchanted Tiki Room", der Klassiker "It's a Small World" und ein Mittagessen im Big Thunder Ranch Barbecue, wo Steaks und Bohnen in Blecheimern serviert werden. Auf dem gut einstündigen Weg nach Anaheim durch den nicht endenden Brei aus Möbeldiscountern, Erdölraffinierien und Schrottplätzen beginnt man ein Gefühl für die wahren Dimensionen der Stadt zu bekommen.

Unbedingt besuchen sollte man natürlich das aberwitzig pompöse Getty Center, das 1996 auf einen Hügel in Brentwood gebaut wurde. Die Architektur, die wunderbaren Gärten und der Blick auf die Stadt sind oft interessanter als die Ausstellungen. Danach lohnt es sich, das kurze Stück Richtung Pacific Palisades weiterfahren, wo vor sechs Jahren die ebenso irrwitzige Getty Villa mit ihrer riesigen römischen und etruskischen Sammlung wiedereröffnet wurde.

Wenn Sie vom Autofahren genug haben, parken Sie irgendwo in Santa Monica, zum Beispiel im Will Rogers State Park, und gehen von dort aus am schönen und meistens leeren Strand spazieren.