Die Attentäter des 11. September wollten nicht nur möglichst viele Menschen umbringen, sondern auch das Leben der körperlich Unversehrten verändern. Das ist ihnen gelungen: Die Angst hat sich in die Gesellschaft hineingefressen, sie hat für Lähmung und Mutlosigkeit gesorgt. Die Angst ist das nachhaltigste Erbe der Terroristen, sie hat aus Amerika eine gepanzerte Nation gemacht.
Jetzt, wo all die Bilder wieder gezeigt werden, in Zeitlupe, aus allen denkbaren Winkeln, wo wieder die Körper aus den Fenstern fallen und die Türme stürzen; jetzt, wo all die Tondokumente erneut zu hören sind, die Stimmen aus den Cockpits, die Anrufe der Verzweifelten aus den Flugzeugen und die letzten Nachrichten auf den Anrufbeantwortern; jetzt, wo die Phantasie noch einmal den letzten Blick aus dem 92. Stock zulässt, ehe die Flugzeugschnauze sich durch die Scheibe bohrt - jetzt scheint es, als sei die Zeit noch immer gefroren.
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Die Erinnerung weckt ein Trauma, wie es so viele Menschen kollektiv zuvor noch nie erlebt haben. Und dieses Trauma belegt, dass es die Angst ist, die nackte, brutale Angst, die den Charakter des Ereignisses 9/11 ausmacht.
Über den 11. September 2001 ist eigentlich alles geschrieben und gesagt worden. Die Biographien der Täter wurden rekonstruiert, ihre letzten Schritte nachvollzogen. Im Gegenschnitt kann man den Geheimdienst CIA betrachten und die amerikanische Bundespolizei, die mehr als eine Gelegenheit hatten, den Plot vor jenem düsteren Dienstag aufzudecken. Heute weiß man viel mehr als damals. Heute kennt man die Planer und ihre Telefonnummer im Jemen, man weiß, über welche Bankkonten Geld floss und wie eine Terroristen-Biographie entsteht.
Es ist ausführlich dokumentiert worden, wie die amerikanische Regierung reagierte, wie sie impulsiv einen Krieg in Afghanistan begann und anderthalb Jahre später einen zweiten im Irak willkürlich befahl. Der zweite Krieg wird gerade bilanziert, beim ersten ist die Rechnung noch offen, aber die wird auch keinen Anlass zur Freude geben. Der Krieg im Inneren, der mit den neuen Gesetzen und Behörden, den Scannern und Abhöranlagen, der lässt sich allemal nur langsam abwickeln.
Die Geostrategen haben die Dekade genutzt, um Amerikas Aufstieg und Fall als Hypermacht zu kartographieren, den Aufstieg Chinas dagegenzuhalten und beide Kurven in Relation zueinander zu setzen. Die Ökonomen haben aus der Asche von Ground Zero die letzten Bilanzblätter gezogen, die Politik des billigen Geldes, die Wohlfühlgeschenke nach dem Angriff und die Kriegskosten addiert und eine direkte Linie zur amerikanischen Immobilienblase, der Bankenkrise, der Schuldenkatastrophe und dem Absturz der Weltwirtschaft gezeichnet.
Und die Kulturwissenschaftler ziehen nach langen Debatten über das Verhältnis der Weltregionen zueinander Befriedigung aus der Selbstbefreiung der arabischen Welt von dem Joch der Autokraten, die in der Tat vielleicht nur deswegen gelingen konnte, weil die alte Ordnung von außen nicht mehr gestützt wurde und die radikal-islamistischen Alternativen in ihrem fanatischen Nihilismus sich selbst zerstört hatten.
Wiedergeburt der Ideologen
Der Tag brachte Extremisten aller Couleur hervor, das erst zehn Jahre zuvor beerdigte Jahrhundert der Ideologien erlebte eine surreale Wiedergeburt. Für uns oder gegen uns; Gott ist groß oder Gott ist tot. Die Welt war polarisiert. 9/11 bezieht seine düstere Macht nicht allein aus der nackten zerstörerischen Wirkung der Angriffe - 3000 Tote, zwei Symbole amerikanischer Stärke zerstört, die Kommandofestung der Militärmacht eingedrückt wie eine Cola-Dose.
Die Wucht ergibt sich auch aus dem bis heute unfassbar großen Gegensatz von Aufwand und Wirkung, von Fanatismus und Naivität, von apokalyptischer Phantasie und gewöhnlicher Vorstellungskraft. Um 8.46 Uhr morgens hatte niemand unter dem blauen New Yorker Himmel auch nur geahnt, dass todesbereite Männer mit Teppichmessern den Lauf der Welt verändern könnten. Keine noch so kühne Phantasie reichte aus, um den Hass zu ermessen, der einen Menschen am Knüppel einer Verkehrsmaschine in ein Gebäude fliegen lässt.
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Man weiß Vieles, ja Herr Kornelius.
Aber: Man weiß nicht die Umstände dessen, dass die gesamte Großfamilie bin Laden kurz nach dem 11.09.01 die USA verlassen durften (anders als alle anderen).
Das würde interessieren.
..die Angst der Menschen wurde und wird seit den Anschlägen gezielt instrumentalisiert um eine bestimmte politische Agenda durchzusetzen. Um immer wieder Elemente des Überwachungsstaates zu installieren und auszubauen.
Der Krieg gegen den Terror ist verloren worden, weil die Angegriffenen sich selbst geschlagen haben, indem sie das taten, was die Terroristen von ihnen wollten: 1. Die Freiheit unserer Gesellschaft als Illusion enttarnen 2. Ein Klima der Angst schaffen 3. Um sich schlagen mit dem Effekt, dass man sich bei der Wahl der Methoden auf die Ebene der schlimmsten Diktaturen begab.
ein Trauma *erlebt*?
Ich habe kein Trauma erlebt, ich habe einen medialen Tsunami wahrgenommen, der dazu geeignet ist, die Ratio aus den Gehirnen der Rezipienten zu spülen.
Ein Trauma ist dieser Anschlag für die, die *dabeigewesen* sind und deren Angehörige! Für alle anderen ist das eine "Berichterstattung", die diesen Namen nicht verdient.
Ich habe jedenfalls eher ob dieser "Berichterstattung" der Medien ein Trauma erlitten.
"todesbereite Männer mit Teppichmessern den Lauf der Welt verändern"
Ich kann das nicht mehr hören. Weder weiss man, ob die "Täter" "todesbereit" waren, noch ob das mit den "Teppichmessern" stimmt. Aber in allen "Berichten" wird diese Theorie stereotyp widergekäut.
Ein Armutszeugniss für die "vierte Macht im Staate"!
Die Angst vor der Götterdämmerung. Rom gab es knapp 500 Jahre. Die USA spielten nur 80 Jahre die Imperatoren. Verdammt mickrig würd ich sagen wenn man sieht welche Mittel sie zur Verfügung hatten. Aber jeder, noch jeder Despot, noch jedes evil empire hat dem Grössenwahn Tribut zollen müssen. Und ich, ich darf es noch erleben!!
...für die immer die anderen schuld sind. Nie sind sie selber schuld! Immer nur die anderen!
Wobei sie sogar möglichst viel Schuld an eigenen Untaten ihren engsten Verbündeten und Unterstützern zuschieben, wenn es nötig sein sollte. Bevor sie selbst schuld sind, werden schnell Untaten der anderen präsentiert, mögen sie noch so klein im Verhältnis zu den eigenen Untaten sein oder gar nichts mit der Sache zu tun haben.
Deutschland kann sowieso ein Lied davon singen. Deutschland ist ja praktisch immer schuld:
Z.B. an Al-Kaida, obwohl sich Bin Laden in den USA aufgehalten hat und die Terrorflieger dort auch das Fliegen gelernt haben. Nicht in Deutschland.
Deutschland ist auch schuld am Irakkrieg, obwohl die USA dort sogar mit Militär vor Ort(!) und Satellitenaufklärung Saddam Hussein beim Einsatz von Giftgas unterstützt haben. Dass der Irak Saddam Husseins von den USA sogar von der Liste der Schurkenstaaten gestrichen worden war, einmal abgesehen. Da muss ja Saddam wirklich nett zur USA gewesen sein.
Andere Länder sind auch schuld an Lieferungen an den Iran, obwohl die USA selbst kriegswichtige Güter an Khomeini geliefert haben und mit etlichen Großfirmen sogar noch Ahmadinejad wirtschaftlich unterstützt haben. Siehe die emsige Tätigkeit des Hulliburton-Konzerns im Iran.
Übrigens hat auch Israel während der Iran-Contra-Affäre Waffenlieferungen der USA an den Iran durchgeführt.
Auch am bösen China hätte lt. USA kein Land anstreifen dürfen. Inzwischen sind die USA zum größten Schuldner bei China geworden und haben sich deswegen auch wie kein zweites Land in wirtschaftliche Abhängigkeit gebracht. Dass auch Israel mit China handelt und u.a. auch Teile, die für Waffensysteme notwendig sind, geliefert hat, überrascht da nicht wenig.
Es fehlt auch nur noch, dass die USA und Israel behaupten, es hätte nie Geldströme aus ihren Ländern an die Hamas gegeben.
Und beim angeblich notwendigen "Plünderungsfeldzug" von USA, GBR und Frankreich gegen Libyen hat sich Deutschland natürlich auch ganz, ganz arg schuldig gemacht. Hört man ja fast jeden Tag.
Aber Merkel und ihre CDU bzw. ihre Regierungen nehmen sowieso immer wieder gerne jede Schuld auf Deutschland. Oder hat jemand schon einmal gehört, dass sich die Merkel-Regierungen mit notwendigem Einsatz gegen die dummen Vorwürfe gewehrt hätten? Nein, Deutschland ist gerne schuldig! Und möchte möglichst viel zahlen. Nur nicht an die eigenen Bürger. Denen