Trumps Abhörvorwürfe Regierungsbericht widerlegt Trump

  • Trump behauptet weiter, Obama habe ihn im Trump-Tower abhören lassen.
  • Am Freitag hat sein Justizministerium dazu einen Bericht an das Repräsentantenhaus geschickt.
  • Republikaner und Demokraten sind sich einig: Auch in diesem Bericht findet sich kein Beleg für Trumps Behauptung.
Von Thorsten Denkler, New York

Es ist etwas mehr als zwei Wochen her, dass US-Präsident Donald Trump in einem Tweet seinen Vorgänger Barack Obama bezichtigte, im Wahlkampf 2016 den Trump-Tower verwanzt zu haben. Bis heute bleibt er dafür jeden Beweis schuldig. Und daran ändert offenbar auch ein Regierungsbericht nichts, den das Justizministerium am Freitag dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses übermittelt hatte.

Am Sonntag stellten der republikanische Ausschuss-Vorsitzende Devin Nunes und sein demokratischer Kollege Adam Schiff fest, dass sie auch in diesem Report nichts haben entdecken können, was die Aussagen des Präsidenten stützt.

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Nunes sagte dem Sender Fox News: "Sind Leitungen im Trump-Tower physisch abgehört worden? Nein. Sie wurden es auch nie. Und die Informationen, die wir am Freitag bekommen haben, weisen in genau diese Richtung." Adam Schiff sagte: "Wir sind der Sache auf den Grund gegangen mit dem Ergebnis: Es gibt nichts zu sehen auf dem Grund."

An diesem Montag müssen sich FBI-Direktor James Comey und Mike Rogers, Direktor des US-Geheimdienstes NSA, einer öffentlichen Anhörung im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses stellen.

Darin soll vor allem die Frage geklärt werden, inwieweit es Russland gelungen ist, Einfluss auf die Wahlen am 8. November zu nehmen und das Vertrauen in die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu untergraben. Im Fokus stehen auch möglicherweise illegitime Kontakte von Mitgliedern des Trump-Teams zu russischen Regierungsvertretern zwischen Trumps Wahlerfolg und der Amtsübernahme am 20. Januar. Trumps erster Berater für nationale Sicherheit, Michael Flynn, hat deswegen sein Amt wieder aufgeben müssen.

Obamas vermeintliche Abhöraktion gegen Trump wird dennoch eine gewichtige Rolle spielen. Der Demokrat Schiff erwartet von FBI-Direktor Comey, dieser müsse ein für allemal klarstellen, dass es für Trumps Behauptung, Obama habe ihn abhören lassen, keine faktische Grundlage gebe. "Ich hoffe, wir können die Sache damit endlich hinter uns lassen. Denn das, was Trump behauptet hat, war offenkundig falsch."

Vergangenen Donnerstag noch hatte Trump in einem Interview - auf die fehlenden Beweise angesprochen - gesagt: "Ich glaube, in den kommenden zwei Wochen werden ein paar sehr interessante Dinge auftauchen." Wenn er damit den Bericht seines Justizministeriums gemeint haben sollte, der war es nicht.

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