Sexuelle Übergriffe Missbrauchsvorwürfe gegen Trump: Haley nimmt Frauen in Schutz

  • Die US-Botschafterin bei den UN nimmt rund ein Dutzend Frauen in Schutz, die US-Präsident Trump sexuelle Übergriffe vorwerfen.
  • Die Sprecherin des Weißen Hauses sieht die Vorwürfe nach der Präsidentschaftswahl hingegen als erledigt an.
  • Auch bei den Vereinten Nationen kommt es offenbar immer wieder zu Belästigungen und Missbrauchsfällen - nicht nur bei Blauhelm-Einsätzen.

Etliche Frauen haben vor und nach der US-Präsidentschaftswahl öffentlich erklärt, Donald Trump habe sie sexuell belästigt. Das Weiße Haus wiegelt die Vorwürfe bislang ab - doch nun nimmt die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen sie in Schutz.

Sie sei "unglaublich stolz" auf all jene, die sich in den vergangenen Wochen getraut hätten, mit ihren Erlebnissen sexueller Übergriffe an die Öffentlichkeit zu gehen, sagte Nikki Haley in einem CBS-Interview. "Und ich glaube, dass jede Frau, die sich auf irgendeine Weise verletzt oder misshandelt gefühlt hat, jedes Recht hat, sich zu äußern."

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Sarah Huckabee Sanders, die Sprecherin des Weißen Hauses, hatte in diesem Zusammenhang erklärt, das amerikanische Volk habe sich im November vergangenen Jahres für Trump als Präsidenten entschieden und damit die - vor der Wahl geäußerten - Anschuldigungen zu den Akten gelegt.

"Frauen sollten nie eine Scheu haben müssen, an die Öffentlichkeit zu gehen"

Haley antwortete auf die Frage, ob sie das auch so sehe: "Es liegt am Volk, das zu entscheiden. Ich weiß, dass er gewählt worden ist. Aber Frauen sollten nie eine Scheu haben müssen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Und wir alle sollten bereit sein, ihnen zuzuhören."

In den USA wird derzeit eine intensive Debatte über sexuelle Übergriffe geführt. Sie war entbrannt, nachdem die New York Times und das Magazin The New Yorker über die unzähligen Missbrauchs-, Vergewaltigungs- und Belästigungsvorwürfe gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein berichtet hatten. Betroffene teilten unter dem Hashtag #MeToo im Netz ihre Erfahrungen mit sexueller Gewalt. Die Bewegung strahlte auch in andere Staaten und Lebensbereiche aus und führte zu etlichen Rücktritten von Politikern, etwa in Großbritannien.

Auch bei den Vereinten Nationen waren entsprechende Vorwürfe bekannt geworden - sie betrafen größtenteils auf Friedensmissionen entsandte Blauhelmsoldaten, aber auch Mitarbeiter von UN-Behörden wie dem Kinderhilfswerk Unicef.

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