Präimplantationsdiagnostik Zwischen Sonderregeln und Totalverbot

Die Präimplantationsdiagnostik spaltet das Parlament quer durch die Fraktionen. Die Befürworter präsentieren am Dienstag ihre Vorschläge - sie haben gute Chancen für eine Mehrheit.

Von Nina von Hardenberg

Wann beginnt das Leben, und welcher Schutz gebührt einem Embryo in den allerersten Tagen? Darf eine Frau sich bei der künstlichen Befruchtung das gesunde Embryo heraussuchen und die kranken verwerfen? Und kann sie andererseits überhaupt zur Unwissenheit über mögliche Schäden des Kindes gezwungen werden?

Um diese Fragen geht es, wenn der Bundestag sich in den kommenden Wochen mit dem Thema Präimplantationsdiagnostik (PID) beschäftigt. Mit der Unterschungsmethode PID können Ärzte bei der künstlichen Befruchtung die Embryonen noch vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf genetische Fehler testen. In Deutschland galt das bislang als verboten.

Im Juli aber urteilte der BGH überraschend, dass ein Arzt, der die Tests Paaren mit schweren Erbkrankheiten anbietet, sich nicht strafbar macht. Die Rechtslage sei in Deutschland nicht zweifelsfrei geklärt. Der Bundestag will nun ein Gesetz erarbeiten. Befürworter und Gegner der PID stehen sich unversöhnlich gegenüber, sie finden sich aber in allen Parteien, weshalb ohne Fraktionszwang abgestimmt werden soll. An diesem Dienstag will eine Gruppe von Befürwortern ihren Entwurf vorstellen. Daneben wird es einen Antrag auf Verbot und auf eng begrenzte Zulassung geben.

Im Wesentlichen gibt es im Parlament drei Positionen zur PID. Lesen Sie auf den nächsten Seiten, welche Abgeordneten wo stehen und welche Anträge sie in das Parlament einbringen wollen.