Israelisch-palästinensischer Konflikt Guatemala verlegt Botschaft nach Jerusalem

Guatemalas Präsident Jimmy Morales (links) und Israels Premier Benjamin Netanyahu während einer gemeinsamen Pressekonferenz im November 2016.

(Foto: AFP)
  • Guatemala hat angekündigt, seine Botschaft in Israel nach Jerusalem zu verlegen.
  • Damit folgt das mittelamerikanische Land der umstrittenen Entscheidung Donald Trumps.
  • Einen Zeitplan für den Umzug gibt es noch nicht.

Als erstes Land folgt Guatemala der umstrittenen Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Er habe Außenministerin Sandra Jovel angewiesen, den Umzug der Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem in die Wege zu leiten, erklärte Guatemalas Präsident Jimmy Morales am Sonntag auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter.

Erst am Donnerstag hatte die UN-Vollversammlung mit deutlicher Mehrheit die Entscheidung der USA verurteilt. Guatemala war einer von neun Staaten, die auf der Seite der USA gegen die Resolution gestimmt. Trump hatte Staaten, die gegen die Vereinigten Staaten votieren mit einem Entzug der finanziellen Hilfen gedroht.

Israels UN-Botschafter Danny Danon twitterte in einer ersten Reaktion, er danke Morales für seinen Mut. Er hoffe, dass noch mehr Länder sich dem anschlössen.

Trump hatte die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt am 6. Dezember erklärt und damit den jahrzehntelangen Kurs seiner Vorgänger verlassen. Seitdem kam es zu regelmäßigen Zusammenstößen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Sicherheitskräften. Zwölf Palästinenser starben.

Weder die USA noch Morales haben einen Zeitplan für einen Umzug vorgelegt. Kein weiteres Land plant derzeit eine Verlegung der Botschaft, allerdings zieht Tschechien einen solchen Schritt in Erwägung.