Oberpfaffenhofen Firmenflut

Im Asto-Park am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen siedeln sich heuer so viele Unternehmen an wie noch nie. Apparatebau macht den Anfang

Wolfgang Prochaska

Die Grundstücke rund um den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen werden allmählich rar. Wer hätte das nach der Dornier-Pleite vor elf Jahren gedacht? Im September diesen Jahres wird der Satellitenhersteller Kayser-Threde mit dem Bau seiner Produktions- und Entwicklungsgebäude gleich neben dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an der Staatsstraße beginnen; am gestrigen Freitag war Grundsteinlegung für den neuen Firmensitz des Gautinger Flugzeugausrüsters Apparatebau (AOA) im Asto-Park direkt an der Einfahrt zum Flughafengelände. Entsprechend groß waren die Glückwünsche der Geldgeber, der Manager und Projektentwickler und natürlich der Politiker, angefangen bei Landrat Karl Roth bis zum Gilchinger Bürgermeister Manfred Walter. Es fehlte nur Wirtschaftsminister Martin Zeil.

Aber nicht nur AOA baut dort, es entsteht auch gleichzeitig ein Parkhaus mit 411 Stellplätzen, und später kommt noch ein Hotel dazu. Im Herbst wird sich neben AOA das Busunternehmen Spheros ansiedeln. Dann dürfte der Asto-Park die Ideal-Vorstellung eines Hightech-Clusters sein, das bestückt ist mit vielen jungen Firmen aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Satellitennavigation, Robotik und Automotive - und zudem eine Übernachtungsmöglichkeit vorweisen kann. Mehr geht eigentlich nicht. Schon jetzt arbeiten im Asto-Park 1000 Mitarbeiter.

Das Gelände von AOA umfasst eine Größe von 7000 Quadratmetern. Das Unternehmen, das Lüftungs- und Sanitärsysteme für Airbus und für Boeing baut, steht vor einem starken Expansionskurs. Vor allem der neue Airbus A 350 hat die Auftragslage in neue Höhen geführt. Wie AOA-Geschäftsführer Wolfgang Helbach in seiner Rede sagte, wird sich der Umsatz von 78 auf 150 Millionen Euro in den kommenden Jahren erhöhen. In Oberpfaffenhofen soll die Entwicklung angesiedelt werden, während in Dresden die Produktion sitzt. Wirtschaftsförderer Christoph Winkelkötter zeigte sich erleichtert, dass AOA weiterhin im Landkreis bleibt.

Die vielen neuen Firmen werden natürlich starken Einfluss auf das künftige Verkehrsentwicklung rund um den Sonderflughafen haben. Beim DLR befürchtet man schon jetzt, dass die Staatsstraße zwischen Gilching und Weßling zur neuen Dauerstaustrecke wird. Schon jetzt ist in den Morgen- und Abendstunden die Belastung hoch. Der Gilchinger Bürgermeister plädiert daher für eine Verbindungsstraße zwischen dem Gewerbegebiet Gilching Süd und dem Asto-Park. Damit könnte die Staatsstraße entlastet werden, da der Verkehr in Richtung Autobahnauffahrt Gilching fließen könnte. Eine Ringbuslinie innerhalb der beiden Gewerbeparks soll unnötige Fahrten sparen. Die Planungen sind durchaus spruchreif, einzig die Daten der Autobahndirektion fehlen noch, sagte Walter. Das allerdings kann dauern.

Bernd Schulte-Middelich, seines Zeichens Asto-Park-Geschäftsführer und hoch motiviert, erinnerte bei der Grundsteinlegung daran, dass der Standort inzwischen europäische Hochtechnologie beherberge - und gleichzeitig die Wiege der bayerischen Luftfahrt sei. 70 Millionen Euro wurden im Asto-Park investiert.