Demo der Fußballfans Nummern statt Namen

Ein Sprecher der Polizei sagte zu den Vorwürfen, dass in beiden Fällen umfangreich und detailliert intern gegen die beschuldigten Beamten ermittelt worden sei. "Es stimmt nicht, dass die Polizisten nicht mehr identifiziert werden konnten." Interne Ermittlungen seien deshalb eingestellt worden, weil es unterschiedliche Aussagen gegeben habe, die eben nicht zu einer Verurteilung führten. Einem Beamten sei ein fehlerhaftes Verhalten nachgewiesen worden; er sei mit einem Bußgeld belegt worden. Andere seien versetzt worden. Eine Kennzeichnungspflicht sei gefährlich, weil Beamte dann identifizierbar seien und so Repressalien ausgesetzt sein könnten.

Anwalt Marco Noli, der mit der Initiative "für eine transparente/bürgerfreundliche Polizei", die unter anderem von Amnesty International unterstützt wird, schon länger für eine Kennzeichnungspflicht eintritt, will deshalb auch keine Namen, sondern Nummern auf den Uniformen. So könnte die Polizei nur intern die Kennzeichnung zuordnen. Von ihm bekamen die Parteien SPD, Grüne und FDP am Wochenende Post, mit der er sie an ihre Versprechen erinnerte, sich für eine Kennzeichnungspflicht von Polizisten in geschlossenen Einheiten einzusetzen.

Während die CSU sich seit Längerem gegen eine Kennzeichnungspflicht sperrt, nahmen mit Susanna Tausendfreund und Florian Ritter zwei Landtagsabgeordnete von Grünen und SPD an der Demo teil und machten klar, dass sie für dieses Anliegen einstehen wollen. "In Berlin, New York oder London gibt es auch Kennzeichnungen, von Racheakten war dort noch nie etwas zu hören", sagte Tausendfreund. "Wenn ein Fehlverhalten bei Polizisten festgestellt wird, muss es auch eine Möglichkeit geben, das Fehlverhalten zu ahnden", sagte Ritter.

Das Zusammentreffen von Polizei und Fans am Samstag verlief friedlich.Neben den Fürther Fans und denen der Bayern waren auch Mitglieder der Ultra-Gruppierung "Schickeria" und eine Handvoll Löwenfans gekommen.