Demo der Fußballfans Polizist, gib dich zu erkennen!

Fußballfans von drei Vereinen demonstrierten am Samstag für die Kennzeichnungspflicht für Polizisten - ein Vorstoß, der von den Grünen und der SPD im Landtag unterstützt wird.

"Stop USK" und "Kennzeichnungspflicht für Polizisten, sofort": Anhänger des FC Bayern, der SpVgg Greuther Fürth und des TSV 1860 demonstrieren in München dafür, dass USK-Beamte künftig identifizierbar sind. Anlass der Aktion waren Polizeieinsätze, bei denen es zu Übergriffen gegen Fußballfans gekommen sein soll.

Von Florian Fuchs und Silke Lode

Mit Transparenten kennen sich Fußballfans aus, sie nehmen sie mit ins Stadion und hängen sie dort von den Tribünen. Im Normalfall wollen sie damit ihre Vereine unterstützen, doch am Samstagvormittag am Münchner Marienhof war das anders. Da hatten die Fans des FC Bayern München und der SpVgg Greuther Fürth vor der Begegnung ihrer beiden Mannschaften in der Fröttmaninger Arena auch Transparente mitgebracht, darauf aber waren Kritik an der Polizei und politische Forderungen gedruckt: "Stop USK" hieß es und vor allem "Kennzeichnungspflicht für Polizisten, sofort". Das war die Grundforderung der Demonstration, zu der etwa 400 Anhänger gekommen waren.

Anhänger aus der Fürther Ultra-Szene, die sich zu den besonders leidenschaftlichen Fans zählen, waren extra nur für den Protest angereist. Gleich nach der Demonstration, die am Sendlinger Tor endete, machten sie sich wieder auf den Weg in die Heimat, ohne Stadionbesuch. Den "Ort des Schreckens", wie die Fans sagten, wollten sie nicht mehr betreten: Im Februar 2010, so klagen sie, seien Anhänger bei einer Partie zwischen dem FC Bayern und den Fürthern an der Arena von Polizisten grundlos mit Schlagstöcken und Pfefferspray attackiert worden. Ultras der Bayern wollten mit dem Protest auch an das Derby zwischen ihrem Amateurteam und dem der Löwen im Jahr 2007 erinnern, als ähnliche Vorwürfe gegen die Polizei laut wurden.

"Mit ihren Uniformen und den Helmen sind USK-Beamte nicht voneinander zu unterscheiden", sagte ein Fürther Fan. Polizisten des Unterstützungskommandos marschieren bei Fußballspielen in geschlossenen Einheiten auf: Bei den fraglichen Einsätzen aus den Jahren 2010 und 2007 seien Polizisten, die nach Aussagen von Fans rabiat geworden waren, aber nicht mehr identifizierbar gewesen, was eine Strafverfolgung unmöglich gemacht habe.

Um diese Sichtweise zu verdeutlichen, bauten die Fans am Marienhof zwei Tore auf und veranstalteten ein satirisches Fußballspiel: ein rotes Team gegen eines mit orangefarbenen Trikots - ohne Namen, ohne Rückennummern, mit Masken vor den Gesichtern. Bei Fouls hatte der Schiedsrichter keine Chance, den Schuldigen zu erkennen. Radioreporter Günther Koch, der das kurze Showmatch auf schneegefrorenem Boden für die Demonstranten über Mikrofon begleitete, hatte es so schwer zu kommentieren. Mit Kennzeichnung der Spieler, so die Botschaft an die Polizei, würden diese Probleme nicht entstehen.