Stefan Raab soll der ARD junges Publikum verschaffen. Dabei kämpft er selbst bei TV total auf Pro Sieben mit schwindenden Quoten.
Unter Trümmerfrauen oder unter Träumern? Diese Frage muss sich Volker Herres stellen lassen. Der ARD-Programmdirektor ist mit der Verpflichtung von Stefan Raab für die bislang unerhörte Affäre von ARD und Pro Sieben weit über den Gremien-Schatten gesprungen.
"Wir sind Trümmerfrauen" - Stefan Raab soll den Eurovision Song Contest retten. (© Foto: AP)
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"Eine Liebesheirat", spottet Raab über die halbseidene Alliance, die erst nach langem Gezicke zustande kam. Traut geeint geht es nun mit Unser Star für Oslo in die Flitterwochen, die am 2. Februar auf Pro Sieben anlaufen.
Spaßmacher Raab bringt als Mitgift patriotischen Furor mit: Für seine vollmundige Mission, Deutschland in der Länderwertung der Eurovisions-Fans aus dem Tal der Tränen zu holen, bemühte er wuchtiges Vokabular: "Wir sind Trümmerfrauen,", sagte er auf einer Pressekonferenz in Berlin. "Für uns gilt es, den Eurovision Song Contest wieder aufzubauen und blühende Landschaften zu schaffen." Volker Herres saß im Hintergrund. Ob er errötete, ist nicht überliefert.
Noch im Frühjahr 2009 hatte sich Raab, wie es sich für wählerische Bräute gehört, durch Widerspenstigkeit für seinen ARD-Galan interessant gemacht. "Die Entscheidungswege in der ARD sind derart kompliziert, dass sie mit unserer Arbeitsweise nicht vereinbar sind", blaffte er - und wies so erste Annäherungsversuche aus der schmachtenden ARD-Unterhaltungsabteilung zurück.
Profane Produzentennöte
Mit einem koketten "Na also, geht doch", kommentierte Raab die Verlobungsankündigung Ende Juli, als Brautwerber wie ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber alle Heiratsformalitäten unter Dach und Fach gebracht hatten. Wie vor jedem großen Familienfest, einer "Liebesheirat" im Besonderen, flattern nun die Nerven - oder sollten es zumindest.
Was ist, wenn die ARD vielleicht doch den völlig falschen Mann für Oslo erwählt haben sollte? Was, wenn sich der Traum vom Wiederauferstehen aus rauchenden Eurovisions-Ruinen in einen Albtraum verwandeln könnte?
Legt man die rosarote Brille kurz zur Seite, steht Raab derzeit im Licht unerbittlicher Quoten-Tatsachen alles andere als strahlend da. Der ausgebildete Metzger, der seit 1999 mit seiner lange erfolgsverwöhnten Pro-Sieben-Show TV total Fernsehgeschichte schreibt, muss sich derzeit mit sehr profanen Produzentennöten herumschlagen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Stefan Raab in der ARD gelobt wird.
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Kapitalabzug aus Südeuropa
Die Qualität des Fernsehens, Radio und anderer Medien, ist genauso erbarmungswürdig, wie die Tatsache, dass in der SZ über solche Nullen ohne Stil, Klasse und am allerwenigsten Witz berichtet wird.
Eigentlich keine Zeile wert.
Bestenfalls Ausschalten.
... ein Ganzes Station zu füllen, solange bleibt der Humor in Deutschland auf gleich niedrigen Niveau. Hier ist auch das Publikum von Pocher und Raab zu finden.
ausser Schlag den Raab sind halt die Shows von Raab nicht mehr so erfolgreich , Raab ist ja selber schon lange etabliert und das merkt man ihm auch an ,früher noch für Skandale und Überraschungen gut liefert er bei TV Total schon jahrelang nichts mehr neues und langweilige Promi-Talks ziehen eben auch nicht wie man bei Pocher ebenfalls auf Sat.1 sieht.
Früher hat Stefan Raab wenigstens selber noch Witze und Ideen entwickelt , heute scheinen unwitzige Studenten in kleinen Büro`s gefertigt ihm die "Witze" als Massenware vorzulegen und die werden dann langweilig nacheinander in der Sendung abgefertigt....
der frühere Stefan Raab hätte sich jedenfalls über den heutigen lustig gemacht !;-)
Hier geht es gewiss nicht um Neidgefühle, sondern darum, dass man sich an Raab sattgesehen hat, wobei ich gestehen muss, dass ich höchstens mal beim Zappen in einer seiner Sendungen landete. Ich hatte immer Probleme mit seinem Auftreten und seiner Stimme!
Ich gehöre in die Kulenkampff-Frankenfeld-Generation, die für mich insbesondere aufgrund ihres Auftretens und ihrer Persönlichkeit nicht ersetzbar waren. Wie für mich auch Loriot durch heutige "Comedians" nicht erreicht werden kann.
Raab, Pocher und wie sie alle heißen empfinde ich als langweilige Fernseh-Leute, die durch einen glücklichen Zufall eigene Sendungen bekamen, gewiss aber nicht durch Können und Charisma und die Fähigkeit zu moderieren.
Der Grand Prix ist eben auch nicht mehr, was er war, ich schaue ihn mir gewiss seit 20 Jahren oder länger nicht mehr an. Echte "Musiker" wie z.B. die Abba waren und sind weit und breit nicht in Sicht.
Und ein Raab kann den Grand Prix gewiss nicht retten - ich denke mal, dass er insbesondere sich nun retten muss, da er sonst wie eine Sternschnuppe aus der Fernseh-Welt in die reale Welt fallen wird!
Stefan Raab ist mit seinen platten, stereotypischen Shows genauso überholt wie der unsägliche Grand Prix. Jenes inzwischen peinliche Relikt aus vergangenen Tagen wird ähnlich künstlich am Leben erhalten wie Wetten Dass und dgl. Das ist Problem beinahe aller Fernsehanstalten: Ein einmal erfolgreiches Format wird noch Lichtjahre nach dem Überschreiten des Zenits lustig weiter ausgestrahlt und mit grell-buntem Lack als etwas Neues verkauft. Die Jugend schaut den Grand Prix sowieso nur noch, um daraus eine Art Sauf-Happening mit ironischen Zwischentönen zu machen. Gute Musik findet auf jeden Fall woanders statt. Guter Humor und Stefan Raab sind ja auch zwei verschiedene Welten.
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