Anstatt sich zu ergänzen, berichten ARD und ZDF gemeinsam von der Hochzeit des britischen Prinzen William. Doch ein Gebührenfernsehen, das sich der Quote mehr verpflichtet fühlt als der Vielfalt, braucht keiner.
Es könnte dem Gebührenzahler egal sein, ob ARD und ZDF nun gemeinsam stundenlang von der Hochzeit des britischen Prinzen William berichten. Entstehen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk dadurch Kosten? Nein.
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Für die Manager von ARD und ZDF ist die royale Vermählung eine Versuchung, der sie nicht widerstehen können. Sie wissen, dass sie eine hohe Quote bekommen werden - umsonst. (© dpa)
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Die BBC bietet ein Weltbild an, das sich die Anstalten nehmen dürfen. Und, ja, die Vermählung des Sohnes von Lady Diana, des Zweiten in der Thronfolge Großbritanniens, ist ein Ereignis, für das sich Zuschauer weltweit interessieren, also auch Stammkundschaft von ARD oder ZDF.
Es geht hier nicht um Gebührenverschwendung. Es geht um das Selbstverständnis des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Für die Manager von ARD und ZDF ist die royale Vermählung eine Versuchung, der sie nicht widerstehen können. Sie wissen, dass sie eine hohe Quote bekommen werden - umsonst. Die Haltung, sich zu ergänzen, um Vielfalt zu sichern, ist bei ARD und ZDF nicht erkennbar.
Versorgt sind die zwei Anstalten derzeit besonders mit Sportrechten: Das ZDF kaufte für 150 Millionen Euro die Fußball Champions League, die ARD zahlt 50 Millionen fürs Boxen, nebenbei wächst die GEZ mit der Umstellung auf ein neues Finanzierungsmodell, statt verkleinert zu werden. Immer ist alles von den Gremien der Sender genehmigt oder steht im Einklang mit dem neuesten Rundfunkstaatsvertrag.
Medienpolitikern, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk beaufsichtigen, ist die Parallelausstrahlung der Hochzeitsfeier aus London zu Recht nicht egal. Vertreter aller Parteien kritisieren ARD und ZDF dafür. Ein Gebührenfernsehen, das fast acht Milliarden Euro jährlich bekommt und sich der Quote mehr verpflichtet fühlt als Vernunft und Qualität, braucht keiner.
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(SZ vom 31.12.2012/fort)
Bundespräsident Gauck in Israel
das soll heissen Doctor Who UND viele gute Dokus.
die paar Messgeräte die es gibt- stehen bei Leuten die halt auch son Kram mitmachen (was schon eine besondere Menschengruppe somit auswählt)- und sagen meiner Meinung nach Nix aus über das echte Konsumverhalten der TV-Gucker.
Insbesondere, da ich davon ausgehe, dass viele schon ausgewichen sind auf DVD und PayTV und InternetTV, um ausgewählter zu gucken und nicht son Schmarrn der sonst so geboten wird.
Ich geb nix auf diese angebliche Quote- und glaub das schon lange nicht mehr.
Ich bin total neidisch auf die Engländer mit BBC- da wird noch echt gutes Fernsehen gemacht. z.B. kommt da Doctor Who her viele gute Dokumentationen.
Was ist sein Job? Zu informieren! Genau wie Sie es auch tun. Schauen wir doch nur mal in die heutige Print- Ausgabe vom 28. April 2011: ___________Für diesen Popanz werden Stunden Sendungszeit vorgesehen und Politik Magazine hat man von 45 Minuten auf 30 gekürzt!
"Vertreter aller Parteien kritisieren ARD und ZDF dafür."
Und machen sie etwas dagegen? Nein. Ich habe den Eindruck, dass es diesen Medienwächtern ganz willkommen ist, wenn die Sendezeit und die Gebühren für solchen Schwachsinn eingesetzt werden. Die Adelssüchtigen können doch bei den privaten Sendern oder in den einschlägigen Gazetten ihrer fragwürdigen Lust frönen. Aber dass auf beiden öffentlich-rechtlichen Kanälen (plus den dritten Programmen) die Hochzeit eines jungen Engländers mit seiner Braut übertragen wird, ist eindeutig zuviel an Royalismus. Immerhin wurde in Deutschland vor fast 100 Jahren der Adel abgeschafft. Was soll also der Quatsch mit diesen gekrönten Marionetten?
Was ist sein Job? Zu informieren! Genau wie Sie es auch tun. Schauen wir doch nur mal in die heutige Print- Ausgabe vom 28. April 2011:
Auf Seite 1 prangt ein riesiges Foto der Queen und das britische Prinzen-Paar ist Thema im Streiflicht, die Seite 3 schickt eine Reporterin durch London, um über Kate und William zu berichten, Seite 4 basht ARD und ZDF für ihre Berichterstattung, Seite 9 berechnet die Kosten der Hochzeit, Seite 15 basht weiter.
Wird die SZ in den kommenden Tagen aufhören über die Hochzeit zu berichten? Wohl kaum. Und das ist auch gut so!
Paging