Googles Handy-Betriebssystem Zähes Warten auf die Android-Eiswaffel

Auch wenn viele Nutzer sie lieber heute als morgen hätten: Bis die neue Android-Version mit dem Beinamen Ice Cream Sandwich kommt, müssen die meisten Smartphone-Besitzer wohl noch Geduld haben. Manch einer könnte gar eine bittere Enttäuschung erleben.

Die neue Android-Version 4.0 lockt Smartphone-Nutzer mit einer aufpolierten Benutzeroberfläche und einigen neuen Funktionen. So lässt sich die Kamera aus dem Standby-Modus aktivieren und kann zum Entsperren erkennen, ob auch tatsächlich der Besitzer das Smartphone in der Hand hält und nicht jemand anders ("Face Unlock"). Nutzer von Smartphones mit der Nahfunktechnik NFC sollen zudem sehr einfach Dateien austauschen können.

Zum Anbeißen, aber nicht für jedes Android-Smartphone zu haben: Die neueste Version des mobilen Google-Betriebssystems names Ice Cream Sandwich.

(Foto: dpa-tmn)

Eine wichtige Neuerung betrifft die Apps: Da Google die Software-Stränge für Smartphones und Tablets vereint hat, müssen Entwickler ihre Anwendungen nicht mehr an beide Gerätegattungen anpassen - das soll für mehr Auswahl sorgen.

Auch Hardware-Hersteller können sich auf eine Version konzentrieren. Doch wer das aktuelle Betriebssystem mit dem Beinamen Ice Cream Sandwich (Eiswaffel) haben will, muss wohl noch warten, wie eine Umfrage unter den wichtigsten Herstellern zeigt. Und manches populäre Modell wird womöglich gar kein Update bekommen.

Die Verzögerung ist ein Preis der Vielfalt: Eine ganze Reihe Hersteller baut Android-Handys, und jeder erweitert die Google- Software um eine eigene Oberfläche oder zusätzliche Features. "Dieser Funktionsumfang unterscheidet unsere Produkte vom Wettbewerb", erklärt der Deutschland-Chef von Motorola, Ralf Gerbershagen, stellvertretend für die Strategie der gesamten Branche.

Update-Verantwortung liegt bei Herstellern

Motorola bietet beispielsweise ein "Business-Ready"-Paket, das die Androiden für Geschäftsleute aufrüsten soll. Die Folge: Bevor eine neue Android-Version installiert werden kann, müssen die Programmierer des jeweiligen Google-Partners ran. "Wenn ein Update ansteht, nimmt sich unser zuständiges Projektteam die Zeit, um die neue Version des Android-Betriebssystems darauf anzupassen, um sicherzustellen, dass alles später reibungslos funktioniert", erklärt Gerbershagen.

Google benennt sein Mobil-Betriebssystem nach Süßspeisen. Die erste in Deutschland verfügbare Version 1.5 hieß Cupcake. Für Smartphones ist derzeit Android 2.3 mit dem Beinamen Gingerbread (Lebkuchen) aktuell. Anfang 2011 kam zudem die auf Tablet-Computer zugeschnittene Version 3.0 auf dem Markt, die Honeycomb (Honigwabe) heißt. Ice Cream Sandwich führte diese beiden Zweige wieder zusammen.