Der erste Verleihbetrieb, der ausschließlich Elektroautos anbietet, ist für den Bürgermeister der Beginn einer neuen Ära. Kritiker bezweifeln den ökologischen Nutzen.
Vereinzelt sieht man sie schon durch die Straßen von Paris surren, silberfarbene kleine Autos mit bunten Aufklebern. Auf denen steht "cool", oder "zéro odeur" (null Gestank) und "100% électrique" (100% Strom). Ihr Schöpfer, der Geschäftsmann Vincent Bolloré, schwärmt: "Was ist das denn für ein Ufo, denkt man, wenn die an einem völlig geräuschlos und abgasfrei vorbeifahren." Die Testphase für die Gefährte, die Blue-Car heißen, geht nun zu Ende.
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Am 5. Dezember fällt in Paris der Startschuss für eine neue Mobilitäts-Ära. Man wäre nicht in der Metropole der Grande Nation, würde das neue Elektroauto-Verleihsystem Autolib nicht mit hehren Ambitionen verknüpft. "An dem Tag, an dem Autolib zur Gewohnheit für die Pariser wird, wird das alle Städte der Welt verändern", prophezeit Oberbürgermeister Bertrand Delanoë. Paris will den Verkehr sauberer machen. Von hier aus soll ein Ruck rund um die Erde gehen, gewissermaßen ein Elektroschock.
Der französischen Autoindustrie geht es zwar gar nicht gut. Am Dienstag offenbarte PSA Peugeot Citroën den Gewerkschaftern, wo genau etwa 5000 Stellen im Land gestrichen werden sollen. Auch Renault sucht Anschluss an die Weltspitze und setzt dabei voll auf Elektroautos.
Der Staat subventioniert das mit Milliarden. Die Stadt Paris prescht jetzt mit ihrer E-Auto-Initiative vor. "Dieses System existiert nirgends sonst auf der Welt", frohlockt Delanoë. Aufrichtigerweise verweist er im Nebensatz auf die Erfahrungen einer deutschen Kleinstadt. Die Rede ist von Ulm. Auch hier gibt es ein Auto-Verleihsystem, ebenso wie in anderen Städten, sogar in französischen.
Dennoch hat Delanoë recht, da es sich beim Autolib um einen Autoverleih mit ausschließlich Elektroautos handelt.
Das Prinzip ähnelt dem im Jahr 2007 in Betrieb genommenen Fahrrad-Verleihsystem Velib. Man kauft sich am Schalter eine Abonnement-Karte. Diese kostet bei den Autos voraussichtlich zehn Euro für 24 Stunden, für sieben Tage 15 Euro und für ein Jahr 144 Euro. Dann bezahlt man zusätzlich für die erste halbe Stunde zwischen fünf und sieben Euro Miete beziehungsweise für jede weitere halbe Stunde vier bis acht Euro.
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