Wohlstand und Glück Vergleiche mit dem Umfeld

Offensichtlich sei es so, spekulieren die Forscher, dass die materiellen Bedürfnisse mühelos mit dem Einkommenswachstum mithalten. Hinzu komme, dass Menschen ihr materielles Wohlergehen nicht absolut wahrnehmen, sondern sich beständig mit ihrem sozialen Umfeld vergleichen: Jeder kleine Milliardär, der mit seiner Yacht in den Hafen von Saint-Tropez einfahrt, muss die Erkenntnis verarbeiten, dass es fast immer noch reichere Milliardäre mit noch schickeren Yachten gibt.

Die PNAS-Studie bestätigt Autoren, die in einer egalitären Organisation der Gesellschaft einen besseren Garanten für mehr Lebensqualität sehen als allein das Wachstum. So hatten etwa die britischen Autoren Kate Pickett und Richard Wilkinson vor kurzem in einem viel beachteten Buch mit statistischen Analysen nachgewiesen, dass extreme Einkommensgefälle entgegen neoliberaler Logik fast allen Mitgliedern einer Gesellschaft schadet (Gleichheit ist Glück: Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind. Haffmans & Tolkemitt). Ihnen zufolge leben selbst die Reichen in ungleichen Ländern weniger lang und sind kränker als anderswo.

Immerhin scheinen solche Botschaften mittlerweile in der Politik gehört zu werden. Der Deutsche Bundestag jedenfalls hat Ende November mit den Stimmen aller Fraktionen außer der Linken die Einsetzung einer Enquete-Kommission beschlossen, die einen allgemeinen Wohlstandsindikator entwickeln soll, der ausdrücklich auch Aspekte wie Verteilungsgerechtigkeit, politische Teilhabe und sogar die subjektive Lebensqualität der Menschen berücksichtigt.