Wissenschaftspolitik Meteorologe soll Trumps Wissenschaftsberater werden

Donald Trumps Wunschkandidat für den Job des obersten wissenschaftlichen Beraters: Kelvin Droegemeier.

(Foto: AP)
  • US-Präsident Donald Trump hat endlich einen Direktor für das Office of Science and Technology Policy vorgeschlagen. Der Senat muss noch zustimmen.
  • Der Meteorologe Kelvin Droegemeier soll den Posten übernehmen und Trump damit als wissenschaftlicher Berater zur Seite stehen.
  • Experten sehen die Entscheidung positiv. Sie hoffen auf einen Einfluss des Wetterexperten bezüglich der amerikanischen Klimapolitik.
Von Stephanie Göing

Jahrelang erforschte er Wirbelstürme, Tornados und andere extreme Wetterphänomene - nun muss er sich mit der stürmischen Welt des Donald Trump auseinandersetzen: Der Meteorologe Kelvin Droegemeier soll der neue wissenschaftliche Berater des Weißen Hauses werden. Eine Entscheidung, die insbesondere Klimaforscher aufatmen lässt.

Ganze 19 Monate brauchte Trump, um einen Direktor für das Office of Science and Technology Policy (OSTP) vorzuschlagen. Damit war der Posten so lange unbesetzt wie noch unter keinem US-Präsidenten zuvor. Wenn der Senat zustimmt, wird mit Droegemeier nun ein anerkannter Wetter-Experte jemanden beraten, der den Klimawandel leugnet: Eine interessante Konstellation. Und nachdem Trump eigentlich dafür bekannt ist, bevorzugt Personen ins Weiße Haus zu holen, die zu seiner Weltanschauung passen, möglicherweise auch eine hoffnungsvolle Nachricht für die Wissenschaft.

Droegemeier ist ein anerkannter Wissenschaftler

Der 59-Jährige Meteorologie-Professor ist aktuell der Vize-Präsident für Forschung an der Universität von Oklahoma, er gilt als Experte für Sturmberechnungen. Unter George W. Bush und Barack Obama war er Mitglied im National Science Board. Die Reaktionen auf Trumps Entscheidung sind wohlwollend: So lobt John Holdren, Direktor des OSTP unter Obama, Droegemeier in einem Bericht der Washington Post als seriösen Wissenschaftler und Ratgeber. Maria Zuber, Vize-Präsidentin für Forschung des Massachusetts Institute of Technology ist sich sicher, dass er für die Klimaforschung einstehen werde, sagte sie dem Fachmagazin Science. Und auch die Präsidentin der National Academy of Sciences, Marcia McNutt, geht davon aus, dass Droegemeier die Klimaproblematik verstehe, wie die Washington Post berichtet.

Ein einfacher Job ist es nicht, für den Droegemeier vorgeschlagen wurde: Der Direktor des OSTP fungiert traditionell als persönlicher Berater des Präsidenten in wissenschaftlichen und technologischen Fragestellungen, sei es bei Epidemien, künstlicher Intelligenz oder Atomenergie. Sein Vorgänger Holdren spricht im Fachmagazin Science von "sehr herausfordernden Umständen". Es wird sich zeigen, ob Trump ihm zuhören und wissenschaftlichen Rat annehmen möchte.

Dass Droegemeier sein Land liebt und sich auch dafür einsetzen wird, zeigt auf jeden Fall seine Website, auf der in großen Lettern der Schriftzug "God Bless America" prangt - mit drei Ausrufezeichen.

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