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Wetterphänomen:Sibirien rätselt über gewaltige Schneebälle

Schneebälle in Sibirien

(Foto: The Siberian Times)

An einem Strand in Sibirien liegen massenhaft Schneekugeln, manche groß wie ein Basketball. Wie sind sie entstanden?

War es eine geheimnisvolle Kreatur, die am Strand bei Nyda in Nordwest-Sibirien kürzlich Munition für eine Schneeballschlacht abgelegt hat? Oder sind es Eis-Eier eines Fabelwesens, und die Region wird bald von frisch geschlüpften Schneesauriern überschwemmt, wie der Leser einer russischen Nachrichtenseite witzelte?

Das ist natürlich alles Quatsch - obwohl es beim Anblick der unzähligen tennis- bis gymnastikballgroßen Schneekugeln an der Küste der Jamal-Halbinsel am Polarkreis schwerfallen mag, an eine einfache physikalische Erklärung zu glauben.

Tatsächlich tritt das verblüffende Phänomen jedoch weltweit immer wieder auf, auch wenn sich in der Region laut russischen Medien selbst die Ältesten nicht an ein ähnliches Ereignis erinnern können. Bei niedrigen Temperaturen und dem passenden Wind kann das Meerwasser manchmal zu klumpigem Eis gefrieren. Aus diesen Rohlingen machen dann Wind und Wellen durch langes Hin- und Herrollen saubere Kugeln.

Ähnliches wurde Anfang dieses Jahres am Sebago Lake im US-Bundesstaat Maine beobachtet. Im Januar 2014 tauchten mysteriöse Schneebälle am Lake Michigan in den USA auf, und auch am finnischen Meerbusen soll es die Geister-Schneebälle schon gegeben haben.

Die Bewohner der Jamal-Halbinsel scheinen sich über das seltene Wetterphänomen zu freuen.

(Foto: The Siberian Times / Ekaterina Chernykh)