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Zoologie:Seidenspinner-Männchen können ein paarungsbereites Weibchen kilometerweit riechen

Täuschen

Die Augen auf den Flügeln mancher Schmetterlinge wie etwa dem Tagpfauenauge sollen die zahlreichen Feinde verwirren und abschrecken. Um zu überleben, imitieren manche Falter auch andere Tiere, die wehrhafter sind als sie selbst. Der vollkommen harmlose Hornissen-Glasflügler etwa sieht aus wie eine Hornisse.

Riechen

Schmetterlinge riechen mit ihren Fühlern, manchmal auch mit anderen irgendwie herausstehenden Körperteilen, auf denen sich feine Härchen, sogenannte Riechsensillen, mit geruchsempfindlichen Zellen befinden. Sie funktionieren ganz ähnlich wie die Riechzellen in der Nase von Wirbeltieren. Die Fühler von Schmetterlingen können sehr verschieden sein: kurz oder lang, gerade oder gebogen, manche sind mit Kolben versehen, andere ähneln eher einem Kamm.

Die längsten Fühler haben Schmetterlinge aus der Familie der Langhornmotten. Ihre Antennen sind manchmal viermal so lang wie ihr Körper. Zwei Arten von Gerüchen interessieren die Tiere: der nach Nahrung und der nach Sex. Nehmen sie einen davon wahr, fliegen die oft scheinbar ziellos umherflatternden Schmetterlinge erstaunlich zielstrebig darauf zu. Seidenspinner-Männchen beispielsweise können ein paarungsbereites Weibchen kilometerweit riechen.

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Duften

Die Weibchen der Seidenspinner produzieren das Pheromon Bombykol in Drüsen an ihrem Hinterteil und locken so die Männchen an. Sie können nicht fliegen, sondern sitzen nur da und warten, bis das Männchen angeflattert kommt. Bei vielen anderen Schmetterlingsarten produzieren hingegen die Männchen mit speziellen Duftschuppen auf ihren Flügeln oder an den Beinen Substanzen, die Weibchen anlocken.

Schmecken

Die meisten Schmetterlinge schmecken mit ihren Fühlern, manche aber auch mit den Füßen - zum Beispiel die Weibchen des Schwalbenschwanzes. Bevor sie ihre Eier auf einem Blatt ablegen, trommeln sie mit den Füßen darauf herum. So testen sie, ob es ein Blatt ist, dass die wählerischen Raupen, die aus den Eiern schlüpfen, auch fressen. Mit speziellen Sinneshaaren an den Füßen können die Weibchen sogar einzelne Inhaltsstoffe des Blattes herausschmecken. Damit sie zufrieden sind, muss die Pflanze sechs bestimmte Substanzen enthalten. Die Falter sind sogar in der Lage, Alter und Gesundheitszustand eines Gewächses zu erschmecken.

Fressen

Die meisten Falter ernähren sich von Nektar, den sie mit einem ausrollbaren Rüssel aus Blütenkelchen schlürfen. Die längsten Rüssel haben Schmetterlinge aus der Familie der Schwärmer; den Rekord hält die subtropische Art Amphimoea walkeri, deren Rüssel 280 Millimeter lang ist. Viele Schwärmer tauchen ihren Rüssel im Flug in die Blüten ein. Sie schwirren dann in der Luft, ähnlich wie Kolibris, mit denen sie oft verwechselt werden. Schmetterlinge, die wie die Pfauenspinner keinen Rüssel haben, fressen überhaupt nicht. Sie zehren von den Reserven, die sie sich als Raupe angefressen haben, und sterben bald.

Auch die meisten Schmetterlingsraupen sind Vegetarier und nagen an Blättern, Blüten oder Wurzeln. Eine Ausnahme sind die Raupen einiger auf Hawaii lebender Spannerarten. Die Tiere tarnen sich als kleine Zweige, legen sich auf die Lauer und überfallen andere Insekten. Noch gruseliger sind die Raupen der ebenfalls auf Hawaii lebenden Prachtfalter. Sie tarnen sich mit einem Gehäuse aus Seide und Moos, schleichen sich an schlafende Schnecken heran und fesseln sie. Dann kriechen sie in das Schneckenhaus und fressen den Bewohner nach und nach bei lebendigem Leib auf. Vollgefressen tragen sie dann das leere Schneckenhaus mit sich herum.

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