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Klima - Gera:Mit Plakaten gegen den Klimawandel: Fridays for Future

Erfurt/Gera/Weimar (dpa/th) - Zwei Tage vor der Europawahl sind in Thüringen Hunderte junger Menschen für besseren Klimaschutz auf die Straßen gegangen. In Erfurt waren am Freitag Schätzungen von Beobachtern zufolge rund 350 Teilnehmer auf den Anger gekommen. In Gera besuchten etwa 100 eine Kundgebung auf dem Markt. In Weimar zogen die Demonstranten mit einem aus alten Schläuchen und recyceltem Plastik gebauten Wal die Blicke auf dem Goetheplatz auf sich. Überall waren Plakate und Schilder zu sehen mit Aufschriften wie: "Euch gehen die Ausreden aus, uns die Zeit".

An diesem Freitag waren weltweit Schüler zu den Fridays for Future-Protesten aufgerufen. Insgesamt waren mehr als 1600 Demos in 125 Ländern geplant.

"Wir wenden uns direkt an die aktuellen und zukünftigen Mitglieder des Europaparlaments und fordern sie auf, sich aktiv dem Klimaschutz zu widmen", teilte Max Sommerfeld von der Jugendabteilung des BUND am Freitag nach der Demo in Erfurt mit. Die Jugend der Umwelt- und Naturschutzorganisation hat einige der Proteste in Thüringen mitorganisiert. Demos sollten auch in etwa Gotha, Mühlhausen und Meiningen stattfinden.

Vielen jungen Demonstranten seien die Hände gebunden, wenn es um politische Entscheidungen zu Klimaschutz gehe, sagte Sommerfeld. Denn diese seien schlicht zu jung, um wählen zu dürfen. Deshalb wollten die Aktivisten nicht nur die Politiker, sondern auch Wahlberechtigte mit den Demos erreichen. Die Europäische Union habe die Chance für eine zukunftsweisende Klimapolitik, so Sommerfeld.

Seit Wochen demonstrieren auch Thüringer Schüler und Studierende immer freitags für mehr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel. Die Protest gehen auf die junge schwedischen Aktivistin Greta Thunberg zurück. Kritiker bemängeln, dass die Schüler in der Regel während ihrer Unterrichtszeiten auf die Straßen gehen. Zu den Forderungen der Bewegung in Deutschland zählt etwa der Kohleausstieg bis 2030 und eine komplett erneuerbare Energieversorgung bis 2035.