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Raumfahrt:Houston, wir haben ein Museum

(Foto: AFP)

50 Jahre nachdem der erste Mensch den Mond betrat, öffnet die Nasa das ehemalige Kontrollzentrum der Apollo-Mission für die Öffentlichkeit. Es wirkt, als wären die Flugingenieure nur kurz in die Pause gegangen.

Kaffeebecher stehen herum, rote Aktenmappen liegen so, als hätte sie gerade jemand dort abgelegt. Und auf dem großen Bildschirm rechts: Ist das ein Live-Bild vom Mond? Gut 50 Jahre nachdem der erste Mensch den Mond betreten hat, hat die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa am Freitag den alten, nun zum Museum umgebauten Kontrollraum der Apollo-Missionen in Houston, Texas, für Besucher geöffnet - und beim Blick auf die Fotos meint man, sogar den alten Teppichboden riechen zu können.

Vom "Apollo Mission Control Center" aus dirigierten Nasa-Mitarbeiter im Juli 1969 die Apollo-11-Mission, die die Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen auf dem Mond absetzte. Seit 1985 steht das Kontrollzentrum unter Denkmalschutz. Drei Jahre habe der Umbau zum Museum gedauert, berichtet die New York Times. Tapeten, Teppiche, Mülleimer und Regale sollen originalgetreu restauriert oder nachgebaut worden sein.

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Auf den Bildschirmen laufen in Endlosschleifen Videomitschnitte der ersten Mondlandung, oder sie zeigen alten Computercode. An den Schalttafeln blinken Lampen, als wäre gerade noch ein Raumschiff im Anflug. Jeder Gegenstand, selbst die zerknautschen Zigarettenpackungen, die in den Aschenbechern liegen, wurden anhand alter Fotografien rekonsturiert.

Manches schafften die Kuratoren des Museums aus Nachbargebäuden oder anderen Nasa-Abteilungen heran, manches fanden und erstanden sie auf Ebay. Heute steuert die Nasa ihre Missionen von anderen Kontrollzentren aus. Dort sind die Monitore und Tastaturen moderner, doch im Aufbau gleichen sie dem alten Saal. Nur Aschenbecher stehen dort sicher nicht mehr.

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