Gesundheitsrisiko Weichmacher in der Kita

Ausgerechnet: Eine Untersuchung des BUND zeigt, dass in Kindertagesstätten besonders hohe Konzentrationen von Weichmachern zu finden sind - vermutlich wegen der vielen Kunststoffprodukte, die dort verwendet werden.

Von Christina Berndt

Kindertagesstätten sind erheblich mit Weichmachern belastet, warnt der BUND. Die Umweltschutzorganisation hat den Staub von 60 Kitas analysiert, die ihre Staubsaugerbeutel einschickten, um sie von einem Speziallabor auf sieben verschiedene Weichmacher aus der Klasse der Phthalate untersuchen zu lassen.

Im Staub von Kitas hat eine Studie im Auftrag des BUND dreimal so hohe Konzentrationen von Weichmachern nachgewiesen wie im Staub normaler Haushalte.

(Foto: ddp)

Im Staub der Kitas fanden sich laut BUND dreimal so hohe Konzentrationen wie im Staub normaler Haushalte. In einigen Kitas seien die Werte "besonders alarmierend" gewesen. Dort könnten Kinder allein durch ihren Aufenthalt Phthalate in bedenklichen Konzentrationen aufnehmen, so der BUND.

Phthalate gelten als gesundheitsschädlich, weil sie in den Hormonstoffwechsel des Menschen eingreifen. Sie werden mit Missbildungen der Geschlechtsorgane, verfrühter Pubertät und Störungen der Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht.

Zahlreiche Phthalate sind bereits in Spielzeug, Kinderartikeln und Kosmetika verboten. Andere Produkte aber - vom Fußbodenbelag über die Turnmatte bis zum Kunstlederbezug - werden nach wie vor in großer Zahl aus phthalathaltigem Weich-PVC hergestellt, aus dem die Chemikalien mit der Zeit austreten.

Höchstwerte für die Belastung der Innenraumluft gibt es nicht. Dass die Kitas so viel stärker belastet sind als normale Haushalte, liegt vermutlich an der großen Zahl an Kunststoffprodukten, die dort verwendet werden. Der BUND fordert ein umgehendes Verbot der Schadstoffe im Umfeld von Kindern.