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Geschichte - Frankfurt am Main:Schreiben gegen das Vergessen: Erinnerungsprojekt am Mainkai

Deutschland
Namen werden am Frankfurter Mainkai mit weißer Schulkreide auf die Straße geschrieben. Foto: Arne Dedert/dpa (Foto: dpa)

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Mit dem Kunstprojekt "Schreiben gegen das Vergessen" wird in dieser Woche am Frankfurter Mainkai an die fast 12 000 Frankfurter Juden erinnert, die während des Nationalsozialismus ermordet wurden. Initiatorin ist die Frankfurter Künstlerin Margarete Rabow, die in der Vergangenheit bereits ein ähnliches Projekt in Wien organisiert hat. Die Liste der Namen hatte die Jüdische Gemeinde Frankfurt bereitgestellt.

Eigentlich sollte die Aktion im April zum Holocaust-Gedenktag Jom Haschoah starten - doch dann machte die Corona-Pandemie die Pläne zunichte. Jetzt schreiben seit Sonntag noch bis Donnerstag Freiwillige jeweils 60 Namen auf den Asphalt - mit Mund-Nasen-Schutz und unter Beachtung von Mindestabstand.

Durch die Absage des Museumsuferfestes konnte der Mainkai als Ort des Projekts gewählt werden. "Die Zeit drängte, wenn die Straße im September wieder für den Verkehr zugelassen wird", sagte Rabow, die sich in ihren Arbeiten immer wieder mit individuellem und gesellschaftlichen Erinnern befasst. Während das geschriebene Mahnmal nicht von Dauer sein wird, soll mit 16-Millimeter-Filmkamera ein Film entstehen, der mit 24 Namen pro Sekunde das Projekt dokumentiert.

Die Reaktion auf das Projekt war nach Angaben der Künstlerin "überwältigend". "Wir müssen Spontanbesuchern, die mitmachen wollen, leider eine Absage erteilen", sagte sie. "Es ist alles ausgebucht."

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