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Bericht zur Atomkatastrophe in Fukushima:Ausweichende Sprache der Regierung

Die Experten werfen Tepco vor, die Gefährdung des Atomkraftwerks falsch eingeschätzt und Mitarbeiter nicht ausreichend ausgebildet zu haben. Tepco sei nicht auf eine 14 Meter hohe Tsunami-Welle vorbereitet gewesen, obwohl die Gefahr real gewesen sei. "Tepco rechnete nicht mit einer Situation, in der alle Stromquellen in mehreren Reaktoren wegen einer Naturkatastrophe gleichzeitig unterbrochen würden, und hat die Mitarbeiter nicht ausgebildet, darauf zu reagieren", kritisierten die Fachleute. So wurde davon ausgegangen, dass eine Flutwelle maximal sechs Meter erreichen würde.

Tepco habe zudem falsch auf die Katastrophe reagiert, hieß es in dem mehr als 500-seitigen Bericht, für den 456 Beteiligte, darunter Arbeiter und Regierungsangestellte, befragt wurden. Die Kernschmelzen und das Entweichen radioaktiven Materials hätten begrenzt werden können, wenn in den Reaktoren 1 und 3 früher Druck abgelassen worden und schneller Wasser zur Kühlung zugeführt worden wäre.

Laut Untersuchungsbericht waren die durch den Tsunami verursachten Schäden allerdings womöglich so schwer, dass es auch bei einer vorbildlichen Reaktion zur Kernschmelze gekommen wäre. Jedoch hätten Lecks, durch die strahlendes Material in die Umwelt entwich, verhindert werden können.

Auch die Informationspolitik der Regierung wird kritisiert. Sie habe ausweichende Sprache eingesetzt, um die Kernschmelzen zu vertuschen, wodurch eine Evakuierung des betroffenen Gebietes verzögert worden sei.

Der Zwischenbericht gab einen Überblick über die Ermittlungen der Regierung zu dem Unglück, die Mitte 2012 abgeschlossen sein sollen. Die mehrwöchigen Kontrollen sind alle 13 Monate vorgeschrieben. Vor dem Wiederanfahren müssen sie aufgrund der Atomkatastrophe von Fukushima sogenannte Stresstests bestehen.