Alles, was glänzt

Die Nadel im Heuhaufen zu finden ist ein Kinderspiel im Vergleich zu dem, was sogenannte Strahler machen. Strahler - so werden die Kristallsucher genannt, die in den Bergen nach schimmernden Gesteinen Ausschau halten. Thilo Arlt ist studierter Chemiker und sucht seit mehr als 30 Jahren in seiner Freizeit nach den versteckten Schätzen. Rund 500 Kilogramm Kristalle hat er schon gefunden, zuhause bewahrt er sie in zwei Zimmern auf. Aus Zeitschriften erfährt Arlt, an welchen Stellen er in den Bergen suchen muss.

Besonders vielversprechend seien da die Orte, an denen schon mal etwas gefunden wurde. Wenn Arlt und seine Kollegen sich zu einer Strahlertour aufmachen, suchen sie nach Rissen in den Bergen, hinter denen die Mineralien im Laufe der Jahrtausende entstanden sind. Haben Sie eine Gruppe von mehreren Kristallen - eine sogenannte Stufe - gefunden, geht es mit Hammer und Meißel ans Werk. Vorsichtig trennen die Strahler die Stufe aus dem umliegenden Gestein heraus, stets darauf bedacht, die Mineralien nicht zu beschädigen. Anfängern rät Arlt, sich einer Gruppe anzuschließen, um sich das Handwerk beibringen zu lassen.

Weiße Quarzbänder am Gestein können ein Hinweis darauf sein, dass sich in der Umgebung Kristalle befinden. Wenn jemand zu Beginn mal nichts findet, sollte man sich nicht entmutigen lassen, bekräftigt Arlt. Bei ihm selbst sei im Schnitt jede zehnte Strahlertour erfolgreich. Der Profi hat noch einen weiteren Tipp parat: Je weiter weg man sich vom Parkplatz entfernt, desto weniger Leute haben dort gesucht und desto wahrscheinlicher findet man einen Kristall.

In Natur und Gesellschaft geht es beim Verstecken und Suchen manchmal um Leben und Tod. Ist es in heutigen Zeiten überhaupt noch möglich unterzutauchen? Lesen Sie mehr dazu mit SZ Plus. Von Jing Wu

Bild: Katharina Bitzl 1. April 2018, 10:502018-04-01 10:50:39 © SZ vom 31.03.2018