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Aussterbende Arten:Küss den Frosch, Frosch

Nicht nur die Briefmarke ist eine Seltenheit, sondern auch die abgebildete Art, der Antillen-Ochsenfrosch

(Foto: Mark Morgan Trinidad A; Mark Morgan / Flickr / CC by 2.0)

Vom Antillen-Ochsenfrosch leben auf der kleinen Karibikinsel Montserrat wohl nur noch zwei Exemplare. Um die Art hier vor dem Aussterben zu bewahren, wollen Wissenschaftler sie nun verkuppeln.

Vom Antillen-Ochsenfrosch Leptodactylus fallax leben nach allem, was man heute weiß, noch genau zwei Exemplare auf der Karibikinsel Montserrat. In den Blöcken neben einem Flusslauf haust ein Männchen und etwa 500 Meter stromabwärts ein Weibchen. Sie können einander nicht finden - es sei denn, der Mensch hilft ein bisschen nach. Genau das soll nach Plänen des Durrell Wildlife Conservation Trust in den kommenden Wochen geschehen. Der weibliche Frosch soll in das Revier des männlichen Tiers umsiedeln, um den Fortbestand der Art auf der Insel zu sichern.

Das Schicksal hat es bisher nicht sonderlich gut gemeint mit den Amphibien. Vulkanausbrüche zerstörten ihren Lebensraum genauso wie der Mensch, der zudem auch noch Jagd gemacht hat auf den Frosch. Wegen seiner stattlichen Größe, wegen der Geräusche, die er macht, und angeblich auch wegen seines Geschmacks wird Leptodactylus fallax auf Montserrat auch "Berghuhn" genannt. Und als wäre das noch nicht genug, breitet sich auch noch die Pilzerkrankung Chytridiomykose auf der Insel aus, die verschiedene Amphibienarten befällt und in den allermeisten Fällen tötet.

Die Suche nach den Amphibien ist nicht gerade einfach

Das letzte überlebende Froschpaar von Montserrat, so hoffen zumindest die Artenschützer, könnte immun sein gegen die Erreger und den Schutz an die nachkommende Generation vererben. Es könnte aber auch passieren, dass die beiden Tiere nach der Zwangsumsiedelung des Weibchens gar nichts miteinander anfangen können. Dann hat man es zumindest versucht.

Im vergangenen Jahr war die Zusammenführung an einer ungewöhnlich trockenen Regensaison gescheitert. Niemand konnte die Tiere finden - sie hatten sich wohl wegen der fehlenden Feuchtigkeit verkrochen. Auch derzeit ist noch unklar, wo genau sich die beiden aufhalten, das Männchen sollte immerhin bald anfangen, Brunftlaute von sich zu geben. Das macht die Suche einfacher.

Sollte die Rettung auf Montserrat scheitern, ist die Art noch nicht ganz verloren. Auf einem anderen Eiland soll es noch etwa hundert weitere Exemplare geben. Auch in einigen Zoos leben Antillen-Ochsenfrösche und vermehren sich dort sogar. Eine Auswilderung auf Montserrat war vor einigen Jahren allerdings gescheitert. Wahrscheinlich lag es an der tödlichen Pilzkrankheit.

Der Antillen-Ochsenfrosch wird von einer Pilzerkrankung bedroht.

(Foto: TimVickers / Wikimedia Commons)