Wirecard-Finanzskandal:Falscher Freund, falsche Fährte

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Wirecard-Finanzskandal: Illustration: Stefan Dimitrov

Illustration: Stefan Dimitrov

Wie es dem umtriebigen Wirecard-Vorstand Jan Marsalek gelang, deutsche Behörden über Monate hinweg zu verladen und von allem Verdacht gegen sein Unternehmen abzulenken.

Von Christoph Giesen, Klaus Ott, Nicolas Richter, Jörg Schmitt, Jan Willmroth und Nils Wischmeyer

Im April 2019 erscheint Jan Marsalek bei der Kriminalpolizei in München und beklagt sich über sein Schicksal. Es ist kurz nach neun Uhr morgens, neben einem Kripobeamten und einem Staatsanwalt ist noch eine Schreibkraft da. Marsalek ist mit seinem Anwalt gekommen und sieht vermutlich aus wie immer: weißes Hemd ohne Krawatte, blauer Anzug, große Armbanduhr. Marsalek, damals 39, ist Vorstand der Wirecard AG. Er spricht wie jemand, der mächtig ist. Ihm seien Leute unterstellt, die über die ganze Welt verteilt seien, sagt er, Rechnungen bis 250 000 Euro unterschreibe er allein.

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