"Star Wars"-Marketing Unglaubliche Anzahl skurriler oder wahnwitziger Produkte

In der Star-Wars-Satire "Spaceballs" aus dem Jahr 1987 verkündet Yogurt, die Persiflage-Figur auf den weisen Yoda: "Merchandising! Merchandising! Dort wird die wahre Kohle bei einem Film gemacht!" Insgesamt hat die Star-Wars-Franchise in den vergangenen 39 Jahren etwa 28 Milliarden Dollar umgesetzt, davon 4,35 Milliarden an der Kinokasse, 4,5 Milliarden durch Verkäufe auf Datenträgern und 3,4 Milliarden durch Computerspiele. 12,1 Milliarden Dollar jedoch stammen aus dem Spielzeug-Sektor.

Am Force Friday kamen Anfang September weltweit neue Spielzeuge in die Geschäfte, bis Weihnachten könnte Disney laut Forbes bis zu fünf Milliarden Dollar damit einnehmen - das ist mehr als das Doppelte, was an Erlösen an den Kinokassen erwartet wird.

1000 Poster

wollten ein paar Nerds zum Start der ersten Star-Wars-Folge verteilen - das Stück für einen Dollar. Aber 1976 war der Sternenkrieg keine große Sache. Mehr als die Hälfte der Poster landete auf dem Müll. In die Vermarktung der siebten Folge fließen heute Millionen und sie soll Milliarden einbringen. Das Marketing läuft auf Hochtouren. Poster wirken da wie ein Werbemittel aus einer sehr weit entfernten Galaxie.

Genau das führt zurück zu Disneyland und dem Laden mit den Merchandising-Artikeln. Es gibt, auch durch zahlreiche Kooperationen mit anderen Unternehmen, eine unglaubliche Anzahl verschiedener Produkte, die durchaus in den skurrilen oder auch wahnwitzigen Bereich abrutschen: einen Han-Solo-Kühlschrank, Todesstern-Eiswürfel-Formen, eine Lichtschwert-Grillgabel, ein Millennium-Falcon-Kinderbett. Nur der äußerst knapp bemessene Bikini von Prinzessin Leia aus "Return of the Jedi" soll laut Entertainment Weekly aufgrund mangelnder Familienfreundlichkeit nicht mehr verkauft werden.

Disneys Zukunft wird von Star Wars geprägt sein

Star Wars Neuer "Star Wars"-Trailer befeuert Spekulationen um Luke Skywalker
Disney-Produktion

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Die Weltraum-Saga geht weiter - Fans vermissen im neuen "Star Wars"-Trailer allerdings eine zentrale Figur. Oder gibt es doch einen Hinweis auf den Helden der Ursprungsserie?

Wer im Disneyland nach dem Besuch im Souvenirladen hinaufgeht zur Big Thunder Mountain Railroad, der sieht, dass all dies nur der Anfang ist und dass auf den derzeit sichtbaren Sternenzerstörer noch ein gewaltiger Todesstern folgen wird. Wie im Freizeitpark in Florida soll hier ein 57 000 Quadratmeter großes Star Wars Land entstehen, die Arbeiten dazu werden im kommenden Jahr beginnen. Dann wird auch der neue 5,5-Milliarden-Dollar-Park in Shanghai eröffnet, auf der Kreuzfahrtlinie wird es Star-Wars-Speziale geben.

Es sind Investitionen in die Zukunft, die bei Disney von "Star Wars" geprägt sein wird. Bis 2019 sind Filme (im Wechsel jeweils eine neue Episode der Original-Saga und eine außerhalb stattfindende Geschichte) geplant, dazu TV-Serien, Bücher, Computerspiele - und natürlich noch viel mehr Spielzeug. Die Macht in Disney, sie erwacht gerade erst.

Am Ende der ersten Szene im ersten Star-Wars-Film übrigens wird das Raumschiff derer, die sich gegen die Unterjochung durch das Imperium wehren, vom monströsen Sternenzerstörer einfach verschluckt. Das könnte in den kommenden Wochen auch auf der Erde passieren - die Marketing-Macht von Disney ist gerade erst erwacht, bis zum Filmstart gibt es noch viele Hinweise zu streuen.

39 Jahre, nachdem junge Leute in San Diego ein paar Poster verkaufen wollten, steht Regisseur J.J. Abrams vor dem Beverly Wilshire Hotel in Los Angeles. "Was ist mit Luke Skywalker?", brüllen Fans, weil der Protagonist der ersten drei Filme bisher in keinem der Trailer zu sehen war. "Ich kann es gar nicht erwarten, bis Ihr alle den Grund dafür herausfindet", sagt Abrams lächelnd: "Das ist kein Zufall." Na klar: Nichts, was die Vermarktung Star Wars betrifft, geschieht zufällig.