Spektakulärer Deal Puma wird Sponsor von Arsenal

Deutscher Nationalspieler bei Arsenal London: Lukas Podolski

Es ist der größte Sponsoring-Vertrag, den Puma je abgeschlossen hat. Podolski, Özil und Mertesacker werden bei Arsenal London künftig die Klamotten des fränkischen Sportartikelherstellers tragen. Der Deal passt gut zur neuen Strategie des Chefs.

Von Caspar Busse

In drei Wochen reist der FC Bayern München nach London: Der Deutsche Meister muss dann in der Champions League gegen den FC Arsenal antreten - ein Spitzentreffen. Björn Gulden, 48, weiß schon, wem er dann die Daumen hält, nämlich den "Gunners", wie die Londoner genannt werden. Arsenal hat nicht nur eine Kanone in seinem Wappen, der Klub ist zuletzt wieder ziemlich erfolgreich und derzeit Tabellenführer der Premier League.

Puma-Chef Gulden, früher selbst Profifußballer und seit Juli vergangenen Jahres im Amt, ist ab sofort Arsenal-Anhänger. Denn an diesem Montag konnte er in London eine langjährige Partnerschaft mit dem Traditionsverein bekannt geben - endlich. Denn es ist bereits der dritte Anlauf für die Franken, bei Arsenal zum Ziel zu kommen. Jetzt hat es geklappt: Puma löst Weltmarktführer Nike als offiziellen Partner und Ausrüster ab, ein erheblicher Imagegewinn. Gulden freut sich: "Ich kann mir kaum einen besseren Partner vorstellen. Es gibt neben Borussia Dortmund wohl keine Mannschaft weltweit, die einen so schnellen und begeisternden Fußball spielt wie Arsenal. Das passt gut zur Sportmarke Puma."

Deutsche Stars

Es ist der erste ganz große, spektakuläre Deal, den Gulden für Puma abschließt. Und er soll vor allem helfen, die neue Strategie des Norwegers umzusetzen. Puma soll wieder eine reine Sportmarke werden, und sich wieder langsam aus dem Mode- und Trendbereich verabschieden. "Zurück zu den Wurzeln", heißt das Motto des neuen Vorstandschefs, der sich das auch einiges kosten lässt. Denn nach Brancheninformationen hat die Vereinbarung mit Arsenal ein Volumen von bis zu 200 Millionen Euro über die gesamte Laufzeit von fünf Jahren. Dazu gehört wohl auch eine Option, den Vertrag dann zu verlängern. Es ist damit der größte Sponsoring-Vertrag, den Puma je abgeschlossen hat.

Dafür rüsten die Deutschen von Juli diesen Jahres an die Mannschaft von Arsenal mit Spiel- und Trainingsbekleidung aus und sichern sich umfangreiche Lizenzrechte. Zudem soll bei der Produktentwicklung zusammengearbeitet werden. Arsenal ist weltweit bekannt, hat nicht nur in England und Europa, sondern auch in Asien viele Fans - und findet in Deutschland Beachtung. Schließlich spielen dort unter anderem die deutschen Stars Mesut Özil, Lukas Podolski und Per Mertesacker. "Arsenal ist ein absolut professionell geführter Fußballverein mit großer Tradition", schwärmt Gulden.

Keine weiteren Neuverpflichtungen

Puma ist mit großen Abstand die Nummer drei der weltweiten Sportartikler, hinter Nike und Adidas, und hatte zuletzt arge wirtschaftliche Probleme. Der Umsatz ging zurück, auch der Gewinn dürfte 2013 dahingeschmolzen sein. Die Geschäftszahlen kommen Ende Februar. Die Franken hatten sich verzettelt, nachdem sich der langjährige Puma-Chef Jochen Zeitz nach 18 Jahren zurückgezogen hatte, scheiterte Nachfolger Franz Koch schnell. Nach längerer Suche wurde dann Gulden verpflichtet, der vom dänischen Modeschmuckhersteller Pandora kam. Puma-Großaktionär Kering - die französische Luxusgruppe hieß früher PPR - drängt nun auf schnelle Erfolge und will wieder mehr Umsatz und Gewinn sehen. Der Kontrakt mit Arsenal ist dafür ein wichtiger Schritt.

"Mit diesem Ausrüstervertrag verfügen wir nun über eine gute Basis. Damit haben wir, was wir brauchen", meint Gulden. Er deutet damit an, dass nun erst mal keine teuren Neuverpflichtungen mehr dazukommen, das Puma-Budget ist durchaus begrenzt. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit unseren Vereinen, Nationalmannschaften und Athleten, die wir damit unter Vertrag haben, auch Erfolg haben werden", sagt der Vorstandschef.

Neben Borussia Dortmund und der italienischen Nationalmannschaft rüstet Puma auch bekannte Sportler wie den Sprinter Usain Bolt aus. Bei Klubs einsteigen, wie etwa Adidas bei Bayern, will Puma aber nicht: "Für eine Beteiligung an Vereinen haben wir derzeit keine Pläne." Schon träumt Gulden davon, dass Arsenal die Champions League gewinnt. Doch dafür müssten die Engländer erst mal Bayern schlagen.