Nach dem Rauswurf:OpenAI führt angeblich wieder Gespräche mit Sam Altman

Nach dem Rauswurf: Sam Altman soll mit OpenAI wieder im Gespräch sein.

Sam Altman soll mit OpenAI wieder im Gespräch sein.

(Foto: Rod Lamkey/CNP/ABACAPRESS.COM/Imago)

Medienberichten zufolge drängen Investoren darauf, den Gründer wieder als Chef einzusetzen.

Nach dem Rauswurf von OpenAI-Chef Sam Altman am Freitag sorgt das amerikanische Unternehmen weiter für Wirbel. Einem Medienbericht der US-Technologie-Website "The Verge" zufolge befindet sich der Verwaltungsrat in Gesprächen mit Sam Altman, um ihn als Chef des Unternehmens wieder zurückzuholen. Das berichtete "The Verge" nach eigenen Angaben unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Strategiechef Jason Kwon soll in einer E-Mail an die Mitarbeiter in der Nacht zum Sonntag geschrieben haben, man sei "optimistisch", dass es zu einer solchen Lösung kommen könnte, berichtete der Branchendienst "The Information".

Das für sein ChatGPT-Programm bekannte US-Unternehmen hatte am Freitag den Rauswurf seines Chefs Sam Altman bekannt gegeben. Weitere Spitzenmanager des Unternehmens kündigten daraufhin. Nach Angaben von Bloomberg und dem Wall Street Journal drängen OpenAI-Investoren wie Microsoft nun darauf, Altman wieder als Chef einzusetzen.

Richtungsstreit soll Grund für Rauswurf gewesen sein

Zur Begründung für Altmans Entlassung hatte OpenAI noch erklärt, der Unternehmenschef habe nicht ausreichend mit dem Verwaltungsrat kommuniziert und diesen damit an der Wahrnehmung seiner Aufgaben gehindert. Die Mitteilung von OpenAI am Freitag war ungewöhnlich scharf formuliert: Altman sei nicht aufrichtig in seiner Kommunikation mit dem Aufsichtsgremium gewesen. "Der Verwaltungsrat hat kein Vertrauen mehr in seine Fähigkeit, OpenAI weiterhin zu führen."

Medienberichten zufolge war der Hintergrund für den Rauswurf ein Richtungsstreit: Die renommierte Technologie-Journalistin Kara Swisher schrieb, Auslöser seien Differenzen zwischen zwei Lagern von OpenAI gewesen - und zwar zwischen dem gewinnorientierten und dem Non-Profit-Flügel. Den Chefposten übernahm kommissarisch Technologiechefin Mira Murati.

OpenAI war 2015 von Altman und unter anderem auch Tesla-Chef Elon Musk als ein nicht auf Gewinn ausgerichtetes Start-up gegründet worden, das KI erforschen sollte. Mit der Zeit - und einer Milliarden-Investition von Microsoft - wurde OpenAI jedoch immer mehr zu einem profitorientierten Unternehmen. Unter anderem Musk kritisierte das immer wieder.

Der Chatbot Chat-GPT kann Sätze auf dem sprachlichen Niveau eines Menschen formulieren. Seine Veröffentlichung vor rund einem Jahr löste einen KI-Hype aus. OpenAI wurde damit zu einem Vorreiter bei der Technologie. Microsoft ging einen milliardenschweren Pakt mit der Firma ein, um deren Technologie in Produkte des Konzerns zu bringen. Andere Tech-Schwergewichte wie Google, Amazon und der Facebook-Konzern Meta stellten Konkurrenz-Software vor.

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