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Media-Markt und Saturn:Führungswechsel bei Elektronikhändler Ceconomy

Führungskrise bei Ceconomy

Ein Schild mit den Schriftzügen von Media-Markt und Saturn

(Foto: dpa)
  • Der Aufsichtsrat der Holding Ceconomy, des Haupteigners von Media-Markt und Saturn, hat entschieden, sich von deren Vorstandschef Jörn Werner zu trennen.
  • Der Aufsichtsratsvorsitzende, Jürgen Fitschen, ehemals Co-Chef der Deutschen Bank, sprach von "unterschiedlichen Auffassungen" im Hinblick auf die Führung des Unternehmens.

Die Chaos-Tage bei den Elektronikketten Media-Markt und Saturn haben am späten Donnerstagabend ein vorläufiges Ende gefunden. Der Aufsichtsrat der Holding Ceconomy, des Haupteigners von Media-Markt und Saturn, entschied, sich von deren Vorstandschef Jörn Werner zu trennen. Per Ad-hoc-Mitteilung war seine Ablösung am Dienstagabend angekündigt worden.

Werner, 58, der ehemalige Chef der Auto-Werkstattkette ATU und des Elektronikhändlers Conrad, hatte den Posten erst seit gut 200 Tagen inne. Die Position des Vorstandsvorsitzenden von Ceconomy wird für zwölf Monate mit sofortiger Wirkung Bernhard Düttmann übernehmen. Er ist Mitglied des Aufsichtsrats und hatte bereits in den ersten drei Monaten dieses Jahres den Führungsposten übernommen, nachdem damals schon die Manager Pieter Haas und Mark Frese gehen mussten. Düttmann, der frühere Chef von Beiersdorf, wird zudem Arbeitsdirektor und verantwortet neben dem Personal die Strategie des Konzerns.

Der Chef der größten Ceconomy-Beteiligung, der Media-Saturn-Holding, Ferran Reverter, bleibt im Amt. Mit ihm war Werner in Konflikt geraten und hatte letztendlich den Machtkampf verloren. Die beiden Manager hätten in den vergangenen Monaten um eine Strategie gerungen, die eine Antwort auf die erbitterte Konkurrenz durch Online-Riesen wie Amazon geben sollte. Um Umfang und Tempo der neuen Strategie habe es Differenzen gegeben, sagten Insider.

62 000 Mitarbeiter bei Ceconomy - Umsatz liegt bei 21 Milliarden Euro

Reverter und Düttmann werden nun zudem die Führung eines neu geschaffenen Transformation Committees übernehmen. Dieses soll die Umsetzung der Strategie sicherstellen. Dem neuen Gremium gehört auch Finanzchefin Karin Sonnenmoser an, die mit Werner angetreten war. Die ersten Ergebnisse des Transformationsprozesses sollen zum Jahreswechsel bekannt gegeben werden. Es gebe keine Anzeichen, dass die Prognose verfehlt werde, heißt es in einer Mitteilung.

Der Aufsichtsratsvorsitzende, Jürgen Fitschen, ehemals Co-Chef der Deutschen Bank, begründete Werners Ablösung mit "unterschiedlichen Auffassungen" zwischen ihm und dem Aufsichtsrat im Hinblick auf die Führung des Unternehmens. Die Trennung sei ein konsequenter Schritt. Ceconomy macht mit etwa 62 000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 21 Milliarden Euro.

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