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Klimaschutz:Staatschefs, aufgepasst!

Gut 500 Unternehmen fordern mehr Umweltschutz von ihren Regierungen: Sie wollen auf den bevorstehenden Klimakonferenzen ambitionierte Vorschläge sehen.

Die Chefs von mehr als 500 weltweit tätigen Konzernen haben sich für ehrgeizigere Ziele beim Klimaschutz ausgesprochen: Sie veröffentlichten gemeinsam eine Erklärung, die sie "Kommuniqué von Kopenhagen" nannten. Darin fordern sie "ein ehrgeiziges, stabiles und faires Abkommen über den Klimawandel."

Ihr Kommuniqué veröffentlichten die Unternehmer am Dienstag, kurz bevor der UN-Klimagipfel in New York begann. Dort treffen sich am Rande der UN-Generalversammlung 100 Staats- und Regierungschefs auf Einladung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, um die stockenden Klimagespräche voranzubringen.

Das Treffen in New York bietet eine der letzten Möglichkeiten, Fortschritte zu erreichen, bevor im Dezember die entscheidende Klimakonferenz in Kopenhagen beginnt. In der dänischen Hauptstadt soll ein Nachfolgeabkommen für den Kyoto-Vertrag beschlossen werden - dieser wird im Jahr 2012 auslaufen.

Die Unternehmer haben mit ihrem Kommuniqué klar Position bezogen: Sie verlangen von den Staats- und Regierungschefs bei den Verhandlungen in New York und Kopenhagen klare Ergebnisse in Sachen Umweltschutz: Eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung sei nicht möglich, "solange die Klimafrage nicht gelöst ist".

Wachstum ohne Kohle

In der derzeitigen Krise sei es nicht nur entscheidend, die wirtschaftlichen Probleme zu überwinden - sondern auch, den Grundstein für ein kohlenstoffarmes Wachstum zu legen.

Ihre Erklärung solle eine "glaubwürdige Antwort" sein "auf das Ausmaß und die Dringlichkeit der Krisen, die diese Welt heute erschüttern". Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Allianz, BASF, die Deutsche Telekom, Eon, Otto und Siemens.

Die Unternehmen hoben hervor, die Wirtschaft benötige ein "halbwegs ambitioniertes, wirksames und faires weltweites Abkommen", um in den Klimaschutz zu investieren. Daher sollten die Staaten auf ihrem Klimagipfel in Kopenhagen weltweite Emissionsobergrenzen festlegen und Zwischenziele dafür definieren.

Finanzhilfen für die Ärmsten

Die Industrieländer sollten sich dabei verpflichten, ihre Verschmutzung in einem Ausmaß weit über dem globalen Durchschnitt zu reduzieren, um zu zeigen, "dass ein kohlenstoffarmes Wachstum sowohl erreichbar als auch erstrebenswert ist".

Die Schwellenländer forderten die Unternehmen auf, bis 2020 "angemessene" Zusagen zur Verringerung der Emissionen zu machen. Für die ärmsten Entwicklungsländer warben die Unternehmen um Finanzhilfen für den Klimaschutz.

Die Unterzeichner des Kopenhagener Kommuniqués forderten zudem, für Treibhausgasemissionen ein weltweites Handelssystem zu schaffen. Auch die internationale Luft- und Schifffahrt soll ihren Beitrag leisten.

© sueddeutsche.de/AFP/afi/hgn

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