Influencerin:Kim Kardashian zahlt 1,3 Millionen an US-Börsenaufsicht

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Influencerin: Ertappt bei Schleichwerbung: Kim Kardashian.

Ertappt bei Schleichwerbung: Kim Kardashian.

(Foto: BRENDAN MCDERMID/REUTERS)

Der Fernsehstar hat sich mit der SEC auf einen Vergleich geeinigt. Es geht um Werbung für eine Kryptowährung auf Instagram.

Kim Kardashian ist den meisten Menschen eher als Reality-Fernsehstar bekannt denn als Finanz-Ratgeberin. Der erstgenannte Job hat der 41-Jährigen Prominenz und sehr viel Geld eingebracht. Genauer gesagt: ein Vermögen von rund 1,8 Milliarden Dollar, wie das US-Magazin Forbes schätzt. Der zweitgenannte Job der Finanzexpertin hingegen kostet sie nun Geld.

Kardashian muss rund 1,3 Millionen Dollar zahlen, um die Vorwürfe der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) beizulegen, sie habe gegen US-Vorschriften verstoßen. Sie soll einen Krypto-Token beworben haben, ohne offenzulegen, dass sie für die Werbung bezahlt wurde. Für Kardashian sind 1,3 Millionen Dollar angesichts ihres Reichtums zwar eine eher kleine Summe, die Nachricht an sich ist aber eine Peinlichkeit. Und eine Warnung an all die Influencer, die ihre Prominenz in sozialen Medien für bezahlte Werbung nutzen, dies aber nicht deutlich genug offenlegen.

Die SEC teilte am Montag mit, dass Kardashian 250 000 Dollar dafür bekommen hatte, auf ihrem Instagram-Account für ein Krypto-Coin des Unternehmens Ethereum Max zu werben. Kardashian hat die Vorwürfe der Aufsichtsbehörde im Rahmen des Vergleichs weder zugegeben noch bestritten. Sie hat aber zugestimmt, drei Jahre lang keine digitalen Vermögenswerte mehr anzupreisen. Kardashian ist mit einer Fernsehsendung über den Alltag ihrer Familie berühmt geworden. Teil ihres Geschäftsmodells ist, alle Produkte, die sie benutzt, als Werbeträgerin anzupreisen.

Die SEC hat schon andere Prominente für Krypto-Werbung abgestraft

Die SEC stuft Kryptowährungen als Wertpapiere ein und hatte bereits früher gewarnt, dass Prominente, die für solche werben, den Anlegern deutlich machen müssen, ob sie für die Unterstützung bezahlt werden. Im Jahr 2018 verhängte die Aufsichtsbehörde deshalb eine Geldstrafe gegen den Boxer Floyd Mayweather und den Musikproduzenten DJ Khaled.

"Dieser Fall ist eine Erinnerung daran, dass es nicht bedeutet, dass diese Anlageprodukte für alle Anleger geeignet sind, wenn Prominente oder Influencer Investitionsmöglichkeiten befürworten, einschließlich Krypto-Asset-Wertpapiere", sagte SEC-Chef Gary Gensler in einer Erklärung am Montag. "Wir ermutigen Investoren, die potenziellen Risiken und Chancen einer Investition im Hinblick auf ihre eigenen finanziellen Ziele zu berücksichtigen."

Kardashian fügte laut SEC am Ende des Instagram-Posts im Jahr 2021 die Markierung "#AD" hinzu, also den englischen Begriff für Anzeige. Trotzdem sagte die SEC, dass die Anleger nicht darüber informiert wurden, dass sie für die Anzeige bezahlt wurde. Ein Anwalt der Prominenten reagierte auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

Die wichtigste Aufsichtsbehörde der Wall Street entschied schon vor einiger Zeit, dass viele virtuelle Token Wertpapiere sind und unter ihre Zuständigkeit fallen. Um festzustellen, ob etwas ein Wertpapier ist, wendet die SEC einen rechtlichen Test an, der auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von 1946 zurückgeht. Demnach kann ein Vermögenswert in den Zuständigkeitsbereich der SEC fallen, wenn Investoren Geld in der Absicht einzahlen, von den Bemühungen der Führung der Organisation zu profitieren.

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