Telekommunikation:Internet zu Hause über Mobilfunk? Keine gute Idee

Telekommunikation: Wer mehreren Geräten gleichzeitig Internet ermöglichen will, braucht einen Wlan-Router oder muss auf seinem Handy einen Access Point einrichten.

Wer mehreren Geräten gleichzeitig Internet ermöglichen will, braucht einen Wlan-Router oder muss auf seinem Handy einen Access Point einrichten.

(Foto: Giorgio Fochesato/imago)

Wer braucht schon noch Festnetz? Das fragen sich viele. Doch der Internetanschluss über eine Leitung ist in aller Regel weitaus günstiger.

Von Helmut Martin-Jung

Was ist der Mensch heutzutage schon ohne Internet? Auch manch entlegene Berghütte empfängt mittlerweile ein Mobilfunksignal. Aber nicht nur dort sind Empfänger für mobiles Internet im Kommen. Die Unternehmen vermarkten sie zunehmend auch als Ersatz für Festnetzanschlüsse. Dabei kommen dann spezielle Router zum Einsatz, welche die Verbindung zum Internet via Funk aufbauen - genauso wie ein Smartphone. Zudem spannen sie ein Wlan-Netz auf, sodass mehrere Nutzer oder Geräte gleichzeitig den Internetanschluss nutzen können.

Was für die Berghütte eine gute Idee sein mag, ist es für zu Hause aber oft nicht, zumindest nicht finanziell. Denn billig sind solche Anschlüsse nicht, wenn man sie nutzt wie einen Festnetzanschluss - also ohne Datenlimit. Das hat das Vergleichsportal Verivox ermittelt. Nach dessen Rechnung kostet ein mobiler Anschluss mit guten Leistungsdaten für zu Hause etwa das Doppelte eines Festnetzanschlusses, also knapp 40 anstatt 20 Euro, wenn man die Tarife der günstigsten Anbieter heranzieht.

Erst prüfen, dann bestellen

Ganz abgesehen vom höheren monatlichen Preis, gibt es aber ein paar Punkte zu beachten. Der wichtigste: Bevor man sich auf einen solchen Vertrag einlässt, sollte man prüfen, wie gut der Mobilfunkempfang in der Wohnung eigentlich ist. Das hängt immer sehr von den örtlichen Gegebenheiten ab und manchmal sogar vom Wetter: Ein regennasser, belaubter Baum vor der Wohnung kann das Signal mächtig schwächen; überhaupt richtet sich die Empfangsqualität danach, wo der nächste Sendemast steht.

Wie gut die Leistung ist, hängt zudem auch davon ab, wie viele Nutzer gleichzeitig in einer Mobilfunkzelle unterwegs sind. Denn die genannten Bandbreiten, die die Anbieter versprechen, teilen sich die Nutzer, die sich dort aufhalten. Auch viele Festnetzanbieter halten aber ihr Versprechen nicht immer ein.

Mobilfunk-Internetanschlüsse eignen sich daher am ehesten für den Campingplatz oder die Berghütte, manche Empfangsgeräte können auch per Akku betrieben werden. Sinnvoll sind sie auf Zeit auch dann, wenn für die neue Wohnung noch kein kabelgebundener Anschluss geschaltet ist. Manche Anbieter liefern sogar Mobilfunkrouter, bis die Leitung steht. Natürlich kann man auch das Smartphone nutzen und sogar darüber Wlan ermöglichen. Doch das zehrt am Akku und ist für zu Hause eher eine Notlösung.

Zur SZ-Startseite

Kurznachrichtendienst X
:Musk beschimpft Werbekunden

Der Milliardär und Tesla-Chef teilt gegen seine lukrativen Kunden aus, die die Plattform X boykottieren. Und er wird dabei ausfällig.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: