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Industrie - Frankfurt (Oder):Unternehmen in Brandenburg beklagen Fachkräftemangel

Potsdam/Cottbus/Frankfurt (Oder) (dpa/bb)- Brandenburger Unternehmen blicken mit Skepsis in die Zukunft. Dabei stellt der Mangel an Fachkräften eines der größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung dar. Das geht aus den Ergebnissen der Konjunkturumfrage hervor, die die Industrie- und Handelskammern (IHK) am Montag präsentierten. In Ostbrandenburg haben demnach etwa drei Viertel der Unternehmen Probleme bei der Besetzung von freien Stellen und Ausbildungsplätzen.

"Zunehmend können Aufträge aufgrund des Personalmangels nicht angenommen werden", heißt es im Bericht der IHK Potsdam. Neben dem Fachkräftemangel seien auch Unsicherheiten auf dem Weltmarkt, unter anderem bedingt durch das Brexit-Chaos, Gründe für die getrübten Zukunftsaussichten, sagte Mario Tobias von der IHK Potsdam. Seine Kollegin von der IHK Cottbus nannte zudem die politischen Entwicklungen in Brandenburg, zum Beispiel das Strukturstärkungsgesetz, als Unsicherheitsfaktor für die Unternehmen. Mit diesem Gesetz will der Bund den Strukturwandel in den Kohleregionen bis 2038 finanziell unterstützen.

Dementsprechend bewerten Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage auch schlechter als im Frühjahr. Laut IHK Potsdam berichten in Westbrandenburg lediglich knapp 52 Prozent von einer guten Geschäftslage - rund acht Prozent weniger als bei der letzten Befragung. In Südbrandenburg spricht nicht mal jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) von einer guten Geschäftslage - ein Minus von zwei Prozent. Nur in Ostbrandenburg ist der Wert um gut einen Prozentpunkt auf 52,4 Prozent gestiegen.

Ein Blick in die Umfrageergebnisse der einzelnen Branchen zeigt, dass das Brandenburger Baugewerbe weiterhin mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden ist. Jedoch verschlechterten sich auch hier die Zukunftserwartungen. "Dies zeigt, es wird ein Abschwung befürchtet, aber keine Krise", heißt es im Bericht der IHK Cottbus. Im Handel und bei den Dienstleistern seien die Prognosen ebenfalls verhalten.