Energie:Wie man im Winter richtig heizt

Lesezeit: 3 min

Winterferien: Heizung auch im Urlaub nicht abstellen

Manchmal helfen schon Kleinigkeiten, um die eigenen Heizkosten erheblich zu drücken.

(Foto: dpa-tmn)

Die Energiepreise steigen und steigen. Abhilfe gibt es nur, wenn man spart. Sieben einfache Tipps, wie die Wohnung trotzdem schön warm bleibt.

Von Lars Klaaßen

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für Energie 2021 um mehr als 18 Prozent gestiegen. Für 2022 rechnen Experten sogar mit einer noch stärkeren Erhöhung. Als Richtwert: Wer in Deutschland auf 70 Quadratmetern mit zentraler Gasheizung wohnt, hat schon im Abrechnungsjahr 2020 durchschnittlich zwischen 475 und 965 Euro gezahlt, damit es dort warm ist. Manchmal helfen aber schon Kleinigkeiten, um die eigenen Heizkosten erheblich zu drücken.

Temperatur optimieren

Wer die Temperatur in seiner Wohnung auf Dauer um ein Grad Celsius senkt, kann rund fünf Prozent der Heizkosten einsparen. Das hängt von der Differenz zwischen Außen- und Raumtemperatur, der Heizungsanlage sowie der Dämmung ab. "Im Wohnbereich reicht meist eine Temperatur von 20 bis 22 Grad", so das Umweltbundesamt (UBA). "In der Küche sind für gewöhnlich rund 18 Grad, im Schlafzimmer 17 bis 18 Grad ausreichend." Kälter sollte es dort nicht werden, weil sonst das Schimmelrisiko steigt. Gerade auch im eher feuchten Bad darf es deshalb etwas wärmer sein: 22 Grad laut UBA, nachts könne man die Heizung generell herunterdrehen, in Wohn- und Arbeitsräumen um vier bis fünf Grad.

Achtung, Schimmelgefahr

Weil sich an kalten Wänden Feuchtigkeit absetzt, die von zu kühler Luft nicht mehr aufgenommen werden kann, steigt unter 17 Grad die Schimmelgefahr. Deshalb sollten auch Türen zu Räumen, die auf geringerer Raumtemperatur gehalten werden als die restliche Wohnung, tags wie nachts geschlossen bleiben. Kommt wärmere Luft in die unbeheizten Räume, kühlt die Luft dort ab und gibt ihre Feuchtigkeit an die Wände ab. Wichtig ist es auch, Fenster nicht in Kippstellung zu halten. Zum einen wird so viel zu wenig Luft ausgetauscht. Zum anderen kühlen die Fensterlaibungen samt umliegender Wand aus.

Ordentlich lüften

Besser als Fenster ständig gekippt zu haben, ist es, drei- bis viermal täglich durchzulüften: alle Fenster und Türen öffnen, damit frische Luft die alte vollständig ersetzt. Bei geringem Wind und wenig Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen geschieht dies in zehn bis 15 Minuten. Je stärker der Wind und je größer die Temperaturdifferenz, desto kürzer sollte man lüften, damit Möbel und Wände nicht auskühlen. So wird die kalte Luft von draußen durch deren Abstrahlung auch bald wieder warm. Die Ventile der Heizkörper sollten während des Stoßlüftens ganz heruntergedreht sein, damit nicht unnötig nach draußen geheizt wird. Gerade in der Heizsaison verringert frische Luft Feuchtigkeit in den Wohnräumen und sorgt für eine gute Luftqualität. Menschen in einem Vierpersonenhaushalt etwa geben täglich rund zwölf Liter Feuchtigkeit an die Luft ab: unter anderem durch Atmen, Duschen, Kochen und Waschen.

Ritzen schließen

Die klassischen Schwachstellen, an denen Heizwärme zuerst verloren geht, sind Fenster und Türen. Wenn es hier zieht, helfen beispielsweise Klebestreifen aus dem Baumarkt, die bei der Isolierung der Rahmen helfen können. Das sind aber nur provisorische Lösungen. Die Klebestreifen reißen nach einiger Zeit ab, auch der Dämmeffekt ist begrenzt. Pfeift es richtig durch die Ritzen, ist eine grundlegende Sanierung der Fenster sinnvoll. Mieter haben einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass diese dicht sind. Sogenannte Thermopenfenster, Mehrscheibenfenster aus Isolierglas, sind damit übrigens nicht gemeint. Es kommt lediglich darauf an, dass es nicht zieht. Gerade bei Holzfenstern in Altbauten stellt sich dieses Problem. Was helfen kann: eine Nut (Fräsung für Dichtungen) im Fensterrahmen mit einem elastischen Gummi. Das ist allerdings eher eine Sache für einen Fachglaser.

Richtig dämmen

Die Außenwände von innen zu dämmen, weil der Vermieter an der Fassade nichts macht, ist oft schwierig. Dämmschichten gehören eigentlich an die Außenseiten des Hauses. Wer trotzdem von innen Hand anlegen möchte, sollte fachliche Beratung hinzuziehen. Eine Aluschicht hinter dem Heizkörper anzubringen, damit die Wärme zurück in den Raum reflektiert wird, ist in der Regel vertretbar - aber nicht allzu effektiv. Zwischen einer Dämmschicht im Wohnraum und der Außenwand kann sich schnell Feuchtigkeit und damit Schimmel bilden. Aus dem gleichen Grund ist auch Vorsicht bei großen Möbeln geboten, die an einer Außenwand stehen. Wird Mietern nachgewiesen, dass sie Schimmel selbst verursacht haben, können sie dafür zur Verantwortung gezogen werden. Häufig kommt es zum Streit zwischen Mietern und Eigentümern, woher das Problem rührt.

Rollläden schließen

Damit die Wärme der Heizung den ganzen Raum erreicht, sollte man seine Heizkörper nicht verhängen oder verstellen. Anders sieht es nachts aus, wenn es draußen besonders kalt, aber die Heizung heruntergedreht ist: Geschlossene Rollläden verhindern, dass über die Fenster unnötig Wärme verloren geht. So können laut Umweltbundesamt die Wärmeverluste durch das Fenster um rund 20 Prozent verringert werden. Geschlossene Vorhänge oder Jalousien verstärken diesen Effekt.

Elektronische Ventile

Das Feintuning der Wärmesteuerung kann man heutzutage in der Regel dem Thermostatventil der Heizung überlassen. Es hält die Raumtemperatur konstant und drosselt die Wärmezufuhr, wenn etwa die Sonne hineinscheint oder viele Menschen anwesend sind. Mit elektronischen Thermostatventilen kann man laut Umweltbundesamt vier bis acht Prozent Heizenergie sparen. Sind diese programmierbar, können sie jeden einzelnen Raum selbstständig zu den eingegebenen Zeiten auf die gewünschte Temperatur heizen. Dadurch, so das UBA, lassen sich etwa zehn Prozent Heizenergie sparen.

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