Facebook-Konzern:Meta wächst wieder kräftig

Logo des Facebook-Konzerns "Meta"

Meta gibt weiterhin extrem viel Geld für die Entwicklung virtueller Welten aus.

(Foto: Rafael Henrique/dpa)

Das Werbegeschäft des Facebook-Konzerns Meta lief im vergangenen Quartal auf Hochtouren. Doch nun gibt es Zeichen einer Abkühlung. Die Zukunft sieht Konzern-Chef Zuckerberg weiterhin im "Metaverse".

Der Facebook-Konzern Meta stellt sich darauf ein, dass der Gaza-Krieg das Geschäft mit Online-Werbung bremsen könnte. Die Nachfrage nach Anzeigen habe sich zu Beginn des laufenden Quartals abgeschwächt, sagte Finanzchefin Susan Li. Das sei mit dem Überfall der islamistischen Hamas auf Israel und dem Beginn des Gaza-Krieges zusammengefallen. Schon nach früheren Konflikten ähnlicher Art sei das Werbegeschäft schlechter gelaufen.

Im vergangenen Quartal lief das Werbegeschäft von Meta noch auf Hochtouren. Das verschafft Gründer und Chef Mark Zuckerberg mehr Freiraum, weitere Milliarden in die Entwicklung virtueller Welten zu stecken, ohne dass Anleger sich aufregen. Der Quartalsumsatz stieg im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 34,1 Milliarden Dollar, wie Meta am Mittwochabend mitteilte. Der Gewinn sprang von 4,4 Milliarden Dollar vor einem Jahr auf 11,6 Milliarden Dollar nach oben.

Das Unternehmen gibt weiterhin extrem viel Geld für die Entwicklung virtueller Welten - des "Metaverse" - sowie der dafür gedachten Geräte wie Digitalbrillen aus. Seit Jahresbeginn sammelte sich bei der Sparte Reality Labs ein operativer Verlust von 11,5 Milliarden Dollar an. Die Apps wie Facebook und Instagram verdienten in dieser Zeit 41,8 Milliarden Dollar. Anleger hatten sich wiederholt besorgt gezeigt, dass Meta zu viel Geld für eine Technologie mit ungewissen Gewinnaussichten ausgebe. Die Zweifel wurden in den vergangenen Quartal stärker, als sich das Geschäft mit Online-Werbung insgesamt verlangsamt hatte. Zuckerberg hatte aber auch damals schon bekräftigt, dass er im "Metaverse" die Zukunft sehe und deshalb die Investitionen hochhalten werde. Priorität bei den Investitionen werde im kommenden Jahr aber Künstliche Intelligenz haben, sowohl bei der Software-Entwicklung als auch bei den Computer-Ressourcen, kündigte Zuckerberg an.

Metas Twitter-Alternative Threads scheint unterdessen besser zu laufen als es jüngste Schätzungen von Webanalyse-Firmen vermuten ließen. Threads hatte nach dem Start im Juli binnen weniger Tage die Marke von 100 Millionen Anmeldungen geknackt - danach ging die Aktivität der Nutzer jedoch wieder zurück. Zuckerberg zeigte sich weiter überzeugt, dass aus Threads in einigen Jahren ein Dienst mit einer Milliarde Nutzer werden könnte.

Die Meta-Aktie legte in einer ersten Reaktion auf die Quartalszahlen zunächst zu, drehte nach den Äußerungen zur unklaren Werbe-Konjunktur jedoch ins Minus und notierte am Donnerstagmittag an der deutschen Börse knapp fünf Prozent tiefer. Seit Anfang des Jahres hatte sich der Wert der Papiere allerdings mehr als verdoppelt.

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