Abgas-Affäre Dobrindt bestellt Daimler ein

Vor der Stuttgarter Konzernzentrale: Auch Daimler gerät immer tiefer in die Abgasaffäre.

(Foto: imago/7aktuell)

Der Autokonzern soll sich vor der Untersuchungskommission Abgas des Verkehrsministeriums zu den neuen Manipulations-Vorwürfen erklären.

Von Klaus Ott

Das Bundesverkehrsministerium bestellt nach Informationen von SZ, WDR und NDR den Autokonzern Daimler wegen des neuen Manipulationsverdachts bei zahlreichen Dieselfahrzeugen in die Untersuchungskommission Abgas ein. Daimler soll dort zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft Stuttgart Stellung nehmen, wonach bestimmte Motoren eine illegale Software enthielten. Die Untersuchungskommission Abgas war von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt wegen der Diesel-Affäre bei Volkswagen eingerichtet worden. Die von Staatssekretär Michael Odenwald geleitete Kommission prüft inzwischen auch die Fahrzeuge aller anderen Hersteller.

Den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Stuttgart zufolge sind die Autos und Kleintransporter, bei denen die Abgasmessungen manipuliert worden sein sollen, mit den Motoren OM 642 und OM 651 ausgestattet. Diese Motoren wurden bei Daimler in zahlreiche Fahrzeugserien eingebaut, darunter diverse Mercedes-Klassen. Insgesamt soll es sich um mehr als eine Million Fahrzeuge handeln. Daimler wollte auf Anfrage nicht mitteilen, welche Fahrzeugserien diese Motoren enthalten. Der Autokonzern verwies darauf, dass man wegen der laufenden Ermittlungen ausschließlich mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart rede und dieses Verfahren nicht öffentlich kommentiere.

Bei der Untersuchungskommission Abgas des Bundesverkehrsministeriums dürfte Daimler diese Linie aber nicht durchhalten können. Die Kommission dürfte darauf bestehen, von Daimler genaue Angaben über die betreffenden Fahrzeugserien und die Zahl der möglicherweise betroffenen Autos und Kleintransporter zu erhalten.

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