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Erbschaftsteuer:Der Grenznutzen des Geldes nimmt ab, je mehr man davon hat

Der Anreiz mag bei einem Überbleibsel von einem Prozent klein erscheinen. Aber bei einem Milliardenerbe bliebe immer noch sehr viel übrig. Eine so hohe Steuer für Superreiche wäre nicht unmenschlich, zeigt der Fall Zuckerberg: 57 Milliarden Dollar besitzt er laut der Finanzagentur Bloomberg.

Um seine Tochter muss man sich also auch bei einem Minus von 99 Prozent keine Sorgen machen - es ist immer noch genug Geld da, damit sie gut leben kann. Volkswirte formulieren es, ganz ohne Sozialneid, so: Der Grenznutzen des Geldes nimmt ab, je mehr man davon hat.

Bei Firmeneigentümern kommt natürlich die Befürchtung dazu, was aus dem Unternehmen wird. Viele wünschen sich, der Erfolg solle in der Familie bleiben. Das ist persönlich nachvollziehbar. Aber die ökonomische Forschung rät davon ab.

Studien zeigen immer wieder, dass die Nachkommen den Betrieb oft schlechter führen. Es ist eben nicht garantiert, dass der beste Manager für die Firma zufällig das eigene Kind ist. Einer Untersuchung zufolge steigt besonders beim ältesten Sohn das Risiko, den Laden an die Wand zu fahren.

Eine hohe Erbschaftsteuer ist urkapitalistisch. Wer in einer Gesellschaft leben möchte, in der der Mensch, seine Fähigkeiten und damit seine Leistung im Vordergrund stehen, muss den Nachkommen das Geld wegnehmen.

Und wer nicht auf Zuckerberg hören will, kann sich auch an einer anderen amerikanischen Ikone orientieren. Britney Spears hat einmal die Leistungsgesellschaft in einem Lied schön definiert. "Du willst einen Bugatti? Du willst einen Maserati? Eine große Villa besitzen?", sang sie. Die Antwort: "You better work, bitch." Dafür muss man eben arbeiten.