bedeckt München 30°

Energie:Kohleausstieg wird beschlossen: 247 Millionen Euro für Land

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Wilhelmshaven/Helmstedt (dpa) - Bundestag und Bundesrat beschließen heute einen schrittweisen Kohleausstieg in Deutschland bis spätestens 2038. Auch einige Städte in Niedersachsen sind davon betroffen. Der Bund will den Ländern beim Strukturwandel mit 40 Milliarden Euro helfen. Davon fließen nach Angaben aus dem Wirtschaftsministerium in Hannover bis zu 247 Millionen Euro nach Niedersachsen: Bis zu 157 Millionen Euro sollen an die Stadt Wilhelmshaven gehen, bis zu 90 Millionen Euro sind für den Kreis Helmstedt eingeplant.

Im Kreis Helmstedt wurde bis vor wenigen Jahren Braunkohle abgebaut. In Wilhelmshaven gibt es zwei Steinkohlekraftwerke: Eines aus dem Jahr 1976, das der Betreiber Uniper bis Ende 2022 abschalten will. Außerdem gibt es dort ein erst fünf Jahre altes Steinkohle-Kraftwerk eines anderen Betreibers.

Nach Angaben aus dem Umweltministerium in Niedersachsen werden derzeit 13 Kohlekraftwerksblöcke mit einer Netto-Nennleistung von knapp 3000 Megawatt betrieben - damit befinden sich rund 13 Prozent der gesamtdeutschen Steinkohlekapazitäten in Niedersachsen.

Außer den Werken in Wilhelmshaven gibt es noch das über 40 Jahre alte Kraftwerk in Mehrum im Kreis Peine - es ist kaum noch in Betrieb, aber auch noch nicht endgültig abgeschaltet. Ferner gibt es Steinkohlekraftwerk-Standorte in Hannover und Braunschweig. Zudem betreibt VW Kraftwerksblöcke in Wolfsburg, sie sollen modernisiert und von Steinkohle- auf Erdgasbetrieb umgestellt werden. Die Nordzucker AG hat ein Kraftwerk in Uelzen und laut Umweltministerium betreibt auch der Spezialpapierhersteller Kämmerer in Osnabrück zwei Steinkohlekraftwerksblöcke.

Auch Neubauten von Kohlekraftwerken stehen in Niedersachsen noch zur Debatte, in Stade etwa plante die Firma Dow zuletzt immer noch den Neubau eines Steinkohlekraftwerkes. Braunkohle-Kraftwerke gibt es in Niedersachsen nicht mehr, 2016 wurde das Braunkohlewerk in Buschhaus bei Helmstedt vom Netz genommen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite