Energie - Cottbus:Steinbach über Krise: Brauchen zusätzliche Anstrengungen

Energie - Cottbus: Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (r, SPD) spricht in Cottbus. Foto: Silke Nauschütz/dpa
Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (r, SPD) spricht in Cottbus. Foto: Silke Nauschütz/dpa (Foto: dpa)

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Cottbus (dpa/bb) - Ohne zusätzliche Anstrengungen bekommt Deutschland nach Ansicht von Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach die Gasspeicher nicht ausreichend voll, um über den Winter zu kommen. Der Punkt sei noch nicht erreicht, dass man die Menschen beruhigen könne, sagte der SPD-Politiker am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Das schlimmste Szenario sei mit der Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 an Deutschland vorbeigegangen. Doch die 40 Prozent der normalen Menge, die nun ankämen, sei das Niveau, auf dessen Basis die zweite Stufe des Alarmplans ausgerufen worden sei.

Nun müssten die beschlossenen Maßnahmen abgewartet werden, mit denen die Speicher gefüllt werden sollten. Das sei die Verordnung für das Wiederanfahren der Kohlekraftwerke, die Strom preiswerter erzeugen könnten als Gaskraftwerke. So stehe mehr Gas zur Verfügung.

Zum anderen werde vermutlich im August das sogenannte Auktionierungsverfahren kommen, bei dem Unternehmen freiwillig auf Gasmengen verzichten könnten und dafür einen finanziellen Vorteil hätten. "Ende August, Mitte September wird man Kassensturz machen, was die Speicherwerte betrifft", sagte der Minister. Erst wenn man Bilanz gezogen habe, werde klar, ob noch mehr nötig sei.

Angesichts der Debatte, ob die drei Atomkraftwerke wegen der Energiekrise weiterlaufen sollen, warnte Steinbach: "Die ganze Energiekrise ist kein Thema, wo wir Farbenspielchen spielen sollten". Das Bundeswirtschaftsministerium wolle eine erste Untersuchung dazu unter bestimmten Aspekten wiederholen. Eine Entscheidung sollte auf Basis von Fachanalysen geführt werden und nicht emotional.

© dpa-infocom, dpa:220722-99-120396/2

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