Verbraucherpreise:Inflationsrate springt auf 3,8 Prozent

Auswahl in einem Supermarkt BLWX023397 Copyright: xblickwinkel/McPhotox/ErwinxWodickax

Verbraucher haben kaum noch einen Überblick über die Preisentwicklung: In den Supermärkten haben sich die Preise durch die Coronamaßnahmen ständig geändert.

(Foto: imago images)

Die Teuerung in Deutschland nimmt stark zu - und liegt so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr. Ursachen sind vor allem die höheren Energiepreise und die Rückkehr zu den alten Mehrwertsteuersätzen.

Die Teuerung in Deutschland hat deutlich angezogen und erstmals seit 13 Jahren die Drei-Prozent-Marke überschritten. Die Verbraucherpreise lagen im Juli um 3,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt anhand einer vorläufigen Berechnung mitteilte. Damit lag die jährliche Inflationsrate in Europas größter Volkswirtschaft erstmals seit August 2008 wieder über der Marke von drei Prozent. In der damaligen Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die Teuerung wiederholt bei mehr als drei Prozent gelegen.

Nach dem leichten Rückgang der Inflation auf 2,3 Prozent im Mai des laufenden Jahres kehrte sich der Trend damit wieder um. Von Juni auf Juli 2021 erhöhten sich die Verbraucherpreise nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde um 0,9 Prozent. Volkswirte rechnen mit weiteren Preissprüngen in den kommenden Monaten.

Ein gewichtiger Grund ist die Rückkehr der Mehrwertsteuer zu ihren alten Sätzen: Im zweiten Halbjahr 2020 hatte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer vorübergehend auf 16 beziehungsweise fünf Prozent gesenkt, um in der Corona-Krise den Konsum anzukurbeln. Seit dem 1. Januar 2021 gelten in Deutschland wieder die üblichen Mehrwertsteuersätze von 19 beziehungsweise sieben Prozent. Waren und Dienstleistungen werden also tendenziell wieder teurer.

Zudem steigen seit Monaten die Energiepreise überdurchschnittlich stark. Vor einem Jahr waren die Rohölpreise infolge der Corona-Krise wegen geringer Nachfrage auf dem Weltmarkt eingebrochen. Seither haben sie sich erholt. Zudem sind in Deutschland seit Januar 25 Euro je Tonne Kohlendioxid fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht.

© SZ/dpa/kast/berj
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