Weltwirtschaftsforum Abe macht Daten und Klima zur G-20-Priorität

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe bei seiner Rede am Mittwoch in Davos.

(Foto: AFP)
  • Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat dazu aufgerufen, den Kampf gegen die Vermüllung der Meere anzugehen.
  • Außerdem will er den freien Fluss digitaler Daten ermöglichen - und künftige "Wie du mir, so ich dir-Zölle" verhindern.

Japan will die Themen Welthandel, Klimaschutz und Digitalisierung zu Schwerpunkten seiner diesjährigen G-20-Präsidentschaft machen. In den kommenden Jahrzehnten werde die Wirtschaft von digitalen Daten angetrieben, sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Zeit sei reif, ein System unter dem Dach der Welthandelsorganisation (WTO) zu schaffen, um den freien Fluss digitaler Daten über Grenzen hinweg zu ermöglichen. Japan will demnach den G-20-Gipfel am 28. und 29. Juni in Osaka nutzen, um unter dem Stichwort "Osaka Track" ein weltweites Daten-Regelwerk zu initiieren.

Auch die Klimaschutz-Debatte will Japan im laufenden Jahr vorantreiben. Abe nannte vor allem den Kampf gegen die Vermüllung der Meere als wichtige Herausforderung für die G-20 und rief zu mehr Innovationen auf. Dazu gehörten etwa Technologien, um die Kosten zur Herstellung von Wasserstoff zu reduzieren, sagte der japanische Premier.

Abe will neue "Wie du mir, so ich dir-Zölle" vermeiden

Als Hauptrisiken für die Weltwirtschaft bezeichnete Abe den US-chinesischen Handelsstreit, den Brexit und das sich abkühlende Wachstum in China. Japan gilt wie die G-7-Staaten Deutschland, Frankreich und Kanada zu den Hauptverfechtern einer multilateralen Weltordnung. "Japan ist entschlossen, die freie, offene und regelbasierte internationale Ordnung zu bewahren und weiterzuentwickeln", sagte Abe.

Vor dem Hintergrund des Handelskonflikts zwischen den USA und China rief er dazu auf, wieder Vertrauen in die freie Welthandelsordnung zu schaffen. Das System müsse transparent sein, Urheberrechte schützen und auch Bereiche wie E-Handel und öffentliche Ausschreibungen abdecken. Zudem müssten erneute "Wie du mir, so ich dir-Zölle" und andere Spannungen zwischen Handelspartnern künftig dringend vermieden werden.

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