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Weltwirtschaftsforum:Ein Prinz und ein Sir für den Umweltschutz

  • Der britische Prinz William spricht beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit dem bekannten Naturfilmer Sir David Attenborough über die Zukunft des Planeten.
  • "Die Zukunft der Natur liegt in unserer Hand", appelliert Attenborough.

Graue volle Haare, eine laute Stimme, klare Worte: Aufrecht sitzt Sir David Frederick Attenborough, der berühmte Tier- und Naturfilmer, an diesem Dienstagnachmittag auf der Bühne des Weltwirtschaftsforums. Der große Saal ist fast voll, und er beantwortet geduldig alle Fragen, die ihm Prinz William stellt. In der Heimat ringen sie um den Brexit, um einen möglichen Plan B, der eigentlich ein Plan A ist. Der Prinz aber, der nach seinem Vater an zweiter Stelle in der britischen Thronfolge steht, ist nach Davos gereist, in die Berge von Graubünden. Hier geht es nicht um den Brexit, sondern um die Umwelt, um einen Plan zur Rettung der Natur.

"Wir haben doch die Kraft und die Möglichkeit, in Harmonie mit der Natur zu leben", sagt Attenborough beschwörend und schließt einen dramatischen Appell an: "Die Zukunft der Natur liegt in unserer Hand, die Welt muss sich um die Umwelt kümmern." Jeder Bissen Essen, jeder Atemzug, alles käme aus der Natur, das müsse die Menschheit doch erkennen. Sein Alter merkt man Attenborough nicht an. Am 8. Mai will er seinen 93. Geburtstag feiern (und ist damit so alt wie Queen Elizabeth, die Großmutter von Interviewer Prinz William).

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In seinem alljährlichen Risikoreport hat das Weltwirtschaftsforum festgestellt, dass der Klimawandel eine der großen Bedrohungen sei. Der Naturfilmer Sir David Attenborough fordert in Davos ein schnelles Handeln.

Attenborough ist der jüngere Bruder des Regisseurs, Oscar-Preisträgers und Schauspielers Richard Attenborough, der unter anderem in "Jurrasic Park" mitspielte und 2014 gestorben ist. Weltweit berühmt wurde Sir David vor allem durch seine Tier- und Natur-Dokumentationen, die er für die BBC gemacht hat.

Damals, vor mehr als 50 Jahren, sei es noch einfach gewesen, für Aufmerksamkeit zu sorgen. "Wir haben ein paar wilde Tiere gezeigt und das hat gereicht", erzählt Attenborough. Heute aber gebe es so viele neue Möglichkeiten. Und am Ende des Interviews lässt er auf den großen Leinwänden im Saal dramatische Filmsequenzen von riesigen, ins Meer stürzenden Eisbergen zeigen, die von mutigen Hubschrauber-Piloten gedreht wurden.

Schon in seiner Kindheit sammelte Attenborough Fossilien und andere Objekte in der Natur, dann studierte er Zoologie und Geologie. Nach zwei Jahren Wehrdienst bei der britischen Armee ging er zur BBC - und blieb mehr als 50 Jahre. Er schrieb die Skripte für seine Filme stets selbst, mit ihnen gelang es ihm oft, komplexe Sachverhalte einfach und anschaulich zu vermitteln. Allerdings brachte ihm die Wirklichkeitsnähe seiner Filme auch Kritik ein. So gab es viele Zuschauerproteste, als er in einem Film zeigte, wie Killerwale Robben zerreißen.

Der Klimawandel sei eine der großen Bedrohungen, hat das Weltwirtschaftsforum auch in seinem alljährlichen Risikoreport festgestellt. Es müsse endlich mehr dagegen unternommen werden, wir seien doch "alle eine Welt", so Attenborough. Deshalb hat er auch schon wieder gedreht, die achtteilige Dokumentation "Our Planet". Zu sehen sein wird sie von April an beim Streamingdienst Netflix. "Dort können Sie über Nacht 150 Millionen Zuschauer erreichen", schwärmt der Filmemacher.

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