bedeckt München 19°

Coronavirus:Curevac-Eigner Hopp äußert sich erstmals zur Trump-Offerte

CureVac

Im Labor des Unternehmens CureVac.

(Foto: dpa)
  • Die Tübinger Firma Curevac versucht derzeit, einen Impfstoff gegen Covid-19 zu entwickeln.
  • Mehrheitseigner Dietmar Hopp sagt, dass es einen solchen Impfstoff bereits im Herbst geben könnte. Doch das hängt nicht allein von Curevac ab.
  • Die USA haben enormes Interesse an der Firma - angeblich soll Trump eine Milliarde Dollar für die Exklusivrechte geboten haben. Doch Hopp winkte ab.

Von Elisabeth Dostert

Ein Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus könnte im Idealfall schon im Herbst verfügbar sein. Das sagte SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp, der über seine Beteiligungsgesellschaft Dievini Mehrheitsaktionär des Tübinger Biotechnologieunternehmens Curevac ist, in einem Interview dem Sender Sport 1.

Ob es so kommt, hänge vom Paul-Ehrlich-Institut ab. Das Institut ist für die Sicherheit von Impfstoffen verantwortlich und untersteht dem Bundesministerium für Gesundheit. Das Institut rechne im Sommer mit ersten klinischen Studien, so eine Sprecherin. Bis zu einer Zulassung ist es dann noch ein weiter Weg.

Curevac sucht seit Januar nach einem Impfstoff auf Basis der Boten-RNA. Das funktioniert so: Der Impfstoff liefert dem Körper den Bauplan für ein Eiweiß des Coronavirus. Es wird im Körper gebaut und löst eine Immunreaktion aus, der Körper wehrt sich und produziert Antikörper gegen den Angreifer.

"Das war für mich keine Option"

In dem Interview äußert sich Hopp auch zur Absage an US-Präsident Donald Trump, der angeblich eine Milliarde Dollar für die Exklusivrechte an dem Impfstoff zahlen wollte.

Aktuelles zum Coronavirus - zweimal täglich per Mail

Alle Meldungen zur aktuellen Coronavirus-Lage in Deutschland und weltweit sowie die wichtigsten Nachrichten des Tages - zweimal täglich mit SZ Espresso. Unser Newsletter bringt Sie morgens und abends auf den neuesten Stand. Kostenlose Anmeldung: sz.de/espresso

"Für mich ist das selbstverständlich, es kann gar nicht sein, dass eine deutsche Firma den Impfstoff entwickelt und dieser in den USA exklusiv genutzt wird. Das war für mich keine Option", so Hopp. Er persönlich habe nicht mit Trump gesprochen. "Er hat mit der Firma gesprochen und man hat mir das dann sofort gesagt und gefragt, was ich davon halte und ich wusste sofort, dass das nicht infrage kommt", wird Hopp zitiert.

Anfang März saß Daniel Menichella, der damalige Vorstandschef von Curevac, mit anderen Pharmamanagern im Weißen Haus, um mit Trump über die Entwicklung eines Impfstoffes und die Strategien gegen die Krankheit Covid-19 zu reden. Ein paar Tage später war Menichella seinen Posten los.

Seit vergangenen Mittwoch ist Mitgründer Ingmar Hoerr wieder Vorstandschef des Biotechnologieunternehmens. Dietmar Hopp ist Mitgründer des Software-Konzerns SAP und gilt als einer der reichsten Deutschen.

Er ist auch Mäzen und Merheitseigner des Bundesliga-Klubs TSG 1899 Hoffenheim. Hopp war in den vergangenen Wochen in Stadien beleidigt worden. Auf die Frage, ob der Erfolg beim Impfstoff eine Genugtuung für ihn wäre, antwortete Hopp: "Mir kommt es nicht darauf an, wie ich dastehe, mir ist es wichtig, dass die Firma belohnt wird für 15 Jahre malochen in der Forschung. Man hat auch Rückschläge erleiden müssen. Ich habe nie an dem Team gezweifelt, habe diese Leute finanziert und das ist ein gutes Gefühl." Curevac wurde im Jahr 2000 gegründet. Hopp stieg 2005 über Dievini ein, die Gesellschaft hält mehr als 80 Prozent der Anteile.

Hopp äußerte daneben auch Verständnis für die Absage von Bundesliga-Spielen. "Es geht nur so, damit es für Deutschland besser wird, dass die Menschen - wann immer möglich - zu Hause bleiben. Ich habe alle meine Termine abgesagt, es geht nicht anders. Wenn die Menschen mitspielen, dann wird der Virus besiegt werden."

Hopp plädierte auch für eine Absage der EM. Das Turnier könnte im nächsten Jahr gespielt werden. Die Bundesliga-Saison könne man locker in vier Wochen durch englische Wochen im Juni noch ausspielen. "Aber die Saison vor leeren Rängen fertig zu spielen, halte ich für lächerlich."

© SZ.de/hgn
Employee Philipp Hoffmann, of German biopharmaceutical company CureVac, demonstrates research workflow on a vaccine for the coronavirus (COVID-19) disease at a laboratory in Tuebingen

Impfstopff gegen Coronavirus
:Deutliche Absage an Trumps Angebot

US-Präsident Donald Trump will einen Impfstoff gegen das Coronavirus - exklusiv für seine Landsleute. Der Investor des deutschen Biotechnologie-Unternehmens Curevac weist das entschieden zurück.

Von Kristiana Ludwig, Berlin, und Elisabeth Dostert

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite