"Containern" von Lebensmitteln:Die Essensretterinnen

Lesezeit: 5 min

Zwei Studentinnen, die beim Containern erwischt wurden.

Franziska Stein und Caroline Krüger nennen sich selbstironisch "Olchis". Weil sie bei Edeka "containert" haben, sollen sie bestraft werden. Das wollen sie nicht akzeptieren.

(Foto: Catherina Hess)

Franziska Stein und Caroline Krüger nahmen abgelaufene Lebensmittel aus dem Müllcontainer eines Supermarkts mit - und sollen 2400 Euro Strafe zahlen. Doch ist es nicht richtig, Verschwendung zu vermeiden?

Von Bernd Kastner

Sie kamen mit dem Rad, es war schon dunkel, und sie nahmen mit, was niemand mehr haben wollte. Obst, Joghurt, Brotaufstrich, Saft. Vier große Taschen haben sie gefüllt. Was Franziska Stein und Caroline Krüger (Namen geändert) getan haben, nennt sich "containern". Sie holten Lebensmittel aus dem Müllcontainer eines Supermarkts, um sie selbst zu essen oder an Freunde weiterzugeben. Sie taten das nicht, weil sie arm gewesen wären, sondern aus politischen und ethischen Gründen. Ihr Motiv: genießbare Lebensmittel vor der Vernichtung bewahren und damit zugleich gegen die Wegwerfkultur protestieren.

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