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Chinesische Wirtschaft:So stark leiden Unternehmen unter dem Coronavirus

Coronavirus - China

Ein Mann mit Atemschutzmaske und Helm arbeitet in einer Werkstatt der Harbin Electric Machinery Co., Ltd.

(Foto: dpa)

Das zeigt eine gemeinsame Umfrage der deutschen und der europäischen Außenhandelskammer unter ihren Mitgliedsunternehmen in China. Rund 90 Prozent berichten von "mittelschweren bis starken Auswirkungen".

Deutsche und andere europäische Unternehmen in China bekommen die Folgen der Coronavirus-Epidemie deutlich zu spüren. "Die Auswirkungen sind insgesamt schlimm", stellten die deutsche und die europäische Handelskammer in China nach einer gemeinsamen Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen fest. Fast 90 Prozent der Firmen berichteten von "mittelschweren bis starken Auswirkungen" durch die Lungenkrankheit. Die Hälfte müsse jetzt ihre Geschäftsziele für das Jahr anpassen. Wegen der Krise erwarte fast jedes zweite Unternehmen Umsatzeinbrüche mindestens im niedrigen zweistelligen Prozentbereich in der ersten Hälfte des Jahres - ein Viertel der Firmen rechne sogar mit mehr als 20 Prozent Rückgang beim Umsatz.

China führe derzeit einen fast unmöglichen Spagat durch. Zum einen versuche die Führung die Ausbreitung des Virus zu bekämpfen, zum anderen solle die Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität gelingen, sagt Stephan Wöllenstein, Chef der deutschen Auslandshandelskammer in Peking. Bislang ist die Wirtschaft jedoch von Normalität weit entfernt.

54 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass die Nachfrage eingebrochen sei. 46 Prozent beklagten sich über Zulieferengpässe, die Logistik sei ein Albtraum. Zudem habe man enorme Personalschwierigkeiten: Nicht genügend Arbeiter am Band, kaum jemand in den Büros. Verursacht wird das vor allem durch die langen Quarantänezeiten, die viele Mitarbeiter absitzen müssen. Egal, ob sie aus einer besonders betroffenen Region zurückgekehrt sind oder aber aus Ländern, in den bislang nicht ein einziger Fall registriert worden ist. Für Pendler, die täglich Provinzgrenzen überqueren, sei es unmöglich geworden, zu arbeiten. Dienstreisen innerhalb des Landes seien praktisch ausgeschlossen, monierten die Unternehmen.

Die Hälfte der Firmen kritisierte uneinheitliche Vorschriften in verschiedenen Zuständigkeitsbereichen der Behörden, die sich häufig und auch kurzfristig änderten. "Der Kampf gegen das Coronavirus hat einen Flickenteppich widersprüchlicher Regeln hervorgebracht", beklagt sich Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in China. Das Land sei derzeit wie im Mittelalter in Hunderte Kleinstaaten zerfallen, deren unterschiedliche Auslegung von Gesetzen es unmöglich mache, Waren, aber auch Menschen in China zu bewegen, sagt Wuttke. Er selbst ist davon betroffen und befindet sich deshalb gerade in Deutschland - länger als geplant. Sollte er zurück nach Peking fliegen, drohen ihm 14 Tage Quarantäne.

© SZ.de/mxh/cat
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