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Bericht:Waffenverkäufe gehen weltweit leicht zurück

Tornados des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51

Die Waffenverkäufe in Westeuropa 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent angestiegen.

(Foto: Carsten Rehder/dpa)
  • Die 100 größten Rüstungsproduzenten haben im vergangenen Jahr Waffen und militärische Dienstleistungen für umgerechnet etwa 350 Milliarden Euro verkauft.
  • Das entspricht einem Rückgang von 0,6 Prozent - 2014 waren die Verkäufe jedoch stärker zurückgegangen.

Der Bürgerkrieg in Syrien, der Konflikt im Jemen oder der Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat: In konfliktreichen Zeiten haben Waffen eigentlich Hochkonjunktur. Zahlen des Friedensforschungsinstituts Sipri zeigen aber eine andere Entwicklung. Im Jahr 2015 sind die Waffenverkäufe das fünfte Jahr in Folge zurückgegangen.

Demnach haben die 100 größten Rüstungsproduzenten im vergangenen Jahr Waffen und militärische Dienstleistungen für umgerechnet 350 Milliarden Euro verkauft. Das sind 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Als einen Indikator für Abrüstung will Sipri die Entwicklung aber nicht sehen. Vielmehr habe sich der Rückgang der Verkäufe abgeschwächt und könnte ein Signal für eine Trendwende sein, heißt es in dem Bericht von Sipri.

Knapp zwei Drittel der Einnahmen aus Waffenverkäufen gingen an amerikanische Unternehmen - ein Rückgang von fast drei Prozent. Zwar bleibe Lockheed Martin der größte Waffenproduzent der Welt, sagte Aude Fleurant, Direktorin des Waffen- und Militärausgabenprogramms von Sipri. Allerdings hätten Verzögerungen bei Lieferungen von Großwaffensystemen, die Deckelung der amerikanischen Militärausgaben und die Stärke des US-Dollars den Export negativ beeinflusst.

Russische Produzenten verkaufen mehr Waffen

Waffenverkäufe in Westeuropa dagegen sind 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent angestiegen. Ihr Umsatz betrug etwa 90 Milliarden Euro. Grund dafür sind vor allem große Waffenexporte französischer Rüstungsfirme nach Ägypten und Katar. Der Produzent Dassault Aviation Group beispielsweise habe so eine Absatzsteigerung von fast 70 Prozent verzeichnen können.

Die drei in den Top 100 gelisteten deutschen Unternehmen erhöhten ihren Umsatz zusammen genommen um 7,4 Prozent. Auch die russischen Produzenten steigerten ihre Verkäufe um 6,2 Prozent, vor allem um den Bedarf im eigenen Land zu decken. Da ihre Zuwächse im Vorjahr deutlich größer waren, sanken sie im weltweiten Ranking dennoch ab.

© SZ.de/dpa/dit/vit
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