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Ausrüster der Champions-League-Finalisten:Showdown in Herzogenaurach

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Borussia Dortmund gegen FC Bayern: ein Duell der Fußballgiganten - und der Ausrüster Puma und Adidas

(Foto: AFP)

Wenn Borussia Dortmund und der FC Bayern im Finale der Champions-League aufeinander treffen, dann ist das zugleich ein Duell zweier Rivalen aus Herzogenaurach: Adidas gegen Puma.

In der Puma-Zentrale in Herzogenaurach sind gute Nachrichten momentan ziemlich rar. In dieser Woche erst musste der Sportartikelkonzern die bislang geltenden kurz- und langfristigen Ziele kassieren: Inzwischen rechnet Puma 2013 mit einem Umsatzrückgang, es wird umgebaut, es werden Stellen gestrichen, es wird die Produktpalette verkleinert. Und demnächst kommt auch noch ein neuer Chef, der ehemalige Fußball-Profi Björn Gulden soll die Marke mit dem Raubtier-Logo wieder fit machen.

Kein Wunder, dass sich die Puma-Leute da ganz besonders auf die nächsten beiden Wochenenden freuen. Denn da stehen zwei Fußballklubs, die von Puma ausgerüstet werden, in zwei wichtigen Endspielen. Erst spielt Borussia Dortmund im Champions-League-Finale, dann der VfB Stuttgart im Berliner Endspiel um den deutschen Pokal. Beide Mannschaften treten gegen den Adidas-Verein Bayern München an. "Wir sind sehr glücklich", heißt es bei Puma.

Stuttgart wird schon seit 2002 von Puma ausgerüstet. Aber bei Borussia Dortmund sind die Franken erst seit dieser Saison an Bord - mit dem Klub ist die Marke gleich auf der internationalen Bühne. Der Vertrag mit den Westfalen läuft über acht Jahre und hat nach Schätzungen ein Volumen von 60 Millionen Euro. Stürmer Marco Reus, Torwart Roman Weidenfeller oder Trainer Jürgen Klopp stehen zudem unter Vertrag - als Markenbotschafter. Bisher schon sind nach Puma-Angaben weit mehr als 300 000 schwarz-gelbe Dortmund-Trikots verkauft worden. Das ist für den BVB Rekord - wenn auch Adidas noch deutlich mehr FC-Bayern-Leibchen verkaufen dürfte.

Adidas und Puma - beide Konzerne sitzen in Herzogenaurach, beide wurde einst von den Brüdern Rudolf und Adolf Dassler gegründet. Nach dem zweiten Weltkrieg trennten sich die beiden im Streit - und sind seitdem Rivalen. Adidas ist deutlich größer, einer der wichtigen Börsenwerte in Deutschland, weltweit führender Fußball-Ausrüster. Unter anderem die deutsche Nationalmannschaft spielt in drei Streifen. Puma dagegen hat lange auf Lifestyle gesetzt, galt als trendiger, gehört inzwischen zum französischen Luxuskonzern PPR, der demnächst Kering heißen wird.

Adidas rüstet Bayern bereits seit Jahrzehnten aus. Seit rund zehn Jahren ist der Konzern auch am Kapital der FC Bayern München AG beteiligt, mit derzeit gut neun Prozent. Die Verbindung ist eng: Adidas-Chef Herbert Hainer sitzt im Aufsichtsrat der Bayern. Als im vergangenen Jahr Dortmund - der Klub war viele Jahre an Nike gebunden - einen neuen Ausrüster suchte, war Adidas aus dem Rennen: Der Konzern stattet den Erzrivalen Schalke 04 aus. Am Ende bekam Puma den Zuschlag. Die Partnerschaft zahlt sich aus, egal, wer am kommenden Samstag als Sieger vom Platz geht.